Wernigerodes DRK streitet mit Nissan wegen defekten Fahrzeugs

Bergwacht bedingt einsatzbereit

Von Tom Koch

Wernigerode l Die Bergwacht des DRK Wernigerode ist derzeit auf dem Brocken nur bedingt einsatzbereit. Ihr geländetaugliches Fahrzeug steht seit Monaten defekt vor einer Werkstatt.

Kupplungsschaden, so lautet die Diagnose, allerdings bereits der zweite binnen kurzem. Laut DRK-Geschäftsführer Erich Gödecke sei die Kupplung des im Januar 2009 angeschafften Nissan nach etwa 14500Kilometern im März 2011 das erste Mal defekt gewesen. Aus Kulanz, so Gödecke gestern zur Volksstimme, habe Nissan das Bauteil ersetzt. Das Wernigeröder DRK habe die Werktstattkosten von fast 2500Euro beglichen.

Jedoch 9000Fahrkilometer später, im September dieses Jahres, ereignete sich am "Patrol" der zweite Kupplungsschaden. Seither streiten sich die ehrenamtlichen Bergretter und die Werkstatt über die Ursache für den Defekt und vor allem darüber, wer nun die Kosten trägt. Gödecke: "Wir sind doch nicht so doofe Autofahrer, dass wir innerhalb kurzer Zeit zwei Kupplungen verschleißen." Ein Gutachter habe dem DRK bescheinigt, dass die Defekte nicht mangelndem Fahrvermögen geschuldet seien.

Zum defekten Bergwacht-Jeep mag sich Rainer Kastirr aus dem Wernigeröder Nissan-Autohaus nicht äußern: "Das betrifft ein schwebendes Verfahren." Jedoch verweist er im Volksstimme-Gespräch darauf, dass weltweit Hilfsorganisationen, Armeen und paramilitärische Banden mit dem "Patrol" zuverlässig unterwegs seien. Kastirr: "Hätten wir ein Kupplungsproblem, gäbe es keine Kriege mehr." Nissan Deutschland kündigte an, sich in der kommenden Woche zu äußern.

Die Wernigeröder Bergwacht ist an jedem Wochenende auf dem Brocken und zusätzlich bei Rettungseinsätzen im Dienst. In jedem Winter werden sie durchschnittlich 25Mal angefordert, um Verletzte zu retten, verirrte Wanderer zu suchen, Tote zu bergen. Bei einer Schneehöhe auf dem Brocken von aktuell 78Zentimetern nutzen sie einen Motorschlitten für ihre Einsätze, der jedoch nur bedingt geländetauglich ist.