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Bewährungsstrafe für Überfälle auf Pizza-Boten

Eine Bande überfällt in Halle über mehrere Wochen Pizza-Boten. Bewaffnet und maskiert erpressen die Täter von den Opfern die Einnahmen. Dann greift die Polizei zu. Das Urteil gegen einen Angeklagten fällt relativ milde aus - nicht ohne Grund.

09.11.2017, 12:48

Halle (dpa/sa) - Im Prozess um eine Überfall-Serie auf Pizza-Boten in Halle ist ein 20-Jähriger zu einer zweijährigen Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Damit folgte das Landgericht Halle am Donnerstag den übereinstimmenden Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Angeklagt war der junge Mann unter anderem wegen schweren Raubes in acht Fällen.

Der Vorsitzende Richter Detlev Bortfeldt erklärte, es sei für das Urteil die Kronzeugenregelung angewendet worden. Das Gericht honorierte die Geständigkeit und Reue des 20-Jährigen. Er habe dazu beigetragen, die Tatbeteiligung anderer aufzuklären. In weiteren Verfahren um die Überfall-Serie wird der 20-Jährige als Zeuge vor Gericht auftreten.

Im Februar 2017 hatten Überfälle auf Pizza-Boten in Halle für Unruhe gesorgt. Die Täter überfielen die Essenslieferanten bewaffnet und maskiert, um ihre Einnahmen von ihnen zu erpressen. Der 20-Jährige hatte zugegeben, zusammen mit seinen Komplizen die Boten zu einer bestimmten Adresse bestellt zu haben, um sie dort auszurauben.

Die Polizei hatte zur Aufklärung der wochenlang anhaltenden Überfall-Serie eine Ermittlungsgruppe "Pizza" gebildet. Ein Lieferdienst setzte sogar eine Belohnung von 2000 Euro für Hinweise auf die Räuber aus. Im Mai nahm die Polizei schließlich mehrere Verdächtige fest.