Magdeburg l Sachsen-Anhalts AfD fordert, dass Schulen im Land Schwarz-Rot-Gold beflaggt werden. Zudem soll das gemeinsame Singen der Nationalhymne für Schüler und Lehrer „als fester Bestandteil feierlicher Anlässe im Umfeld der Schule" etabliert werden. Mit einem entsprechenden Antrag befasst sich nächste Woche der Landtag.

Die AfD begründet ihren Vorstoß damit, dass Schüler angeregt werden sollen, „sich mit den identitätsstiftenden Elementen des deutschen Volkes auseinanderzusetzen und einen  unverkrampften Umgang mit der eigenen Identität zu entwickeln". Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hält nichts vom dem Vorschlag. „Wir brauchen keinen speziellen Kult an unseren Schulen. Die Forderung der AfD erinnert stark an den eher militärisch wirkenden Fahnenappell zu DDR-Zeiten. Bis heute war ich überzeugt, wir hätten diese Phase endgültig überwunden", erteilt er dem Vorstoß eine Absage. An allen Schulen werde ein völlig unverkrampfter Umgang sowohl mit der Nationalhymne als auch den Flaggen Deutschlands, Sachsen-Anhalts und Europa gelebt, betonte der Minister. Daher brauche es an dieser Stelle kein öffentliches Ritual.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte in seiner Rede zum 9. November zum Kampf gegen einen „neuen aggressiven Nationalismus" aufgerufen. Wer heute Menschenrechte und Demokratie verächtlich mache und alten nationalistischen Hass wieder anfache, der habe „gewiss kein historisches Recht auf Schwarz-Rot-Gold", sagte er im Bundestag.

„Der Nationalismus vergoldet die eigene Vergangenheit, er suhlt sich im Triumph über andere." Deswegen brauche es einen „aufgeklärten, demokratischen Patriotismus", sagte der Bundespräsident.