Halle (dpa) | Eine Initiative gegen den Lehrermangel in Sachsen-Anhalt will ein Volksbegehren starten. Ziel sei, mit einer Änderung des Schulgesetzes erstmals verbindlich zu regeln, wie viele Lehrkräfte und andere Mitarbeiter an den Schulen im Land fest eingesetzt werden müssten, sagte Sprecher Thomas Jaeger am Mittwoch in Halle. Vertreter des Bündnisses sprachen zuvor unter anderem mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff und Bildungsminister Marco Tullner (beide CDU) über die aktuelle Situation an den Schulen im Land.

Nach Angaben des Landesschulamts sind derzeit rund 550 Stellen an allgemein- und berufsbildenden Schulen im Land ausgeschrieben. Ob 100 Prozent des Unterrichts im kommenden Schuljahr ab dem 15. August abgesichert werden könnten, blieb noch offen. Am Mittwoch erhielten rund 196.000 Schüler und Schülerinnen im Land ihre Zeugnisse und verabschiedeten sich in die sechswöchigen Sommerferien.

Bewerbungsverfahren optimiert

Es gebe bereits Fortschritte gegen den Lehrermangel, sagte Haseloff. So sei etwa das elektronische Bewerbungsverfahren optimiert worden. Am Landesschulamt seien zudem neue Stellen geschaffen worden. Künftig müsse das Land jedoch noch stärker mit den Universitäten, die die Lehrkräfte ausbildeten, in den Dialog treten. Etwa 30 bis 40 Prozent der Lehrämtler würden ihr Studium abbrechen – diese könnten möglicherweise zurückgehalten werden, so Haseloff. Außerdem müssten Seiteneinsteiger bessere Bedingungen vorfinden.

Das Volksbegehren werde derzeit vorbereitet, sagte Jaeger. Voraussichtlich könnten im kommenden Jahr die erforderlichen Unterschriften für den Gesetzentwurf des Volksbegehrens gesammelt werden. Haseloff sicherte weiterhin regelmäßige Treffen mit dem Bündnis "Den Mangel beenden – unseren Kindern Zukunft geben!" zu.