Magdeburg (dpa) l In den Gefängnissen Sachsen-Anhalts drücken nur wenige Menschen die Schulbank. Im vergangenen Jahr machten 48 von durchschnittlich mehr als 1600 Häftlingen einen Abschluss, wie ein Sprecher des Justizministeriums in Magdeburg mitteilte. 27 davon waren Hauptschul-, 21 Realschulabschlüsse. Das Abitur machte 2017 keiner der Insassen. Trotz des Lehrermangels könne das Bildungsangebot für Häftlinge aufrecht erhalten werden, so der Sprecher. Allerdings sei der demografische Wandel der Gesellschaft auch im Strafvollzug des Landes bemerkbar.

Zudem kann den Häftlingen laut Justizministerium eine berufliche Ausbildung geboten werden. Dafür stehen in Burg 23 Umschulungsplätze zur Verfügung, in Raßnitz sind es 20 Ausbildungsplätze. "Gegenwärtig befinden sich 13 Gefangene in einer Maßnahme zur beruflichen Erstausbildung", teilte der Sprecher mit. Ebenso viele Gefangene beendeten 2017 ihre Berufsausbildung.

Für welchen Zweig sich die Häftlinge entscheiden, hänge vor allem vom Angebot ab. Grundsätzlich werden Fertigkeiten handwerklich orientierter Berufe, beispielsweise in den Bereichen Garten- und Landschaftsbau, Holzbearbeitung und Metallbearbeitung vermittelt. Dabei richteten sich die angebotenen Möglichkeiten unter anderem nach den räumlichen und örtlichen Verhältnissen und Gesichtspunkten der Ordnung und Sicherheit in den Arbeitsbereichen der Anstalten, hieß es.

Wie hoch die Abbruchquote ist, lässt sich laut Justizministerium nur schwer erfassen. Im Erwachsenenvollzug in Burg schließen demnach unter Berücksichtigung der Nachprüfungen etwa Dreiviertel der Häftlinge ihre Ausbildung erfolgreich ab. "Eine solche Aussage lässt sich für den Jugendstrafvollzug nicht treffen", so der Sprecher. Im Jahr 2014 hätten beispielsweise 11 Gefangene eine Ausbildung zum Tischler begonnen, von denen sie am Ende nur vier erfolgreich im Vollzug beendeten. Dem gegenüber hätten neun von zehn Gefangenen im Jahr 2015 eine Ausbildung zum Bauten- und Objektbeschichter begonnen und im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen.