Magdeburg l In Bayern und Baden-Württemberg ist die Gefahr, Opfer eines Haus- oder Wohnungsbrandes zu werden, am geringsten. Besonders hoch hingegen ist die Wahrscheinlichkeit in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Grundlage für diese Feststellung ist der Feuerschaden-Index. Dabei wurde die Schadenssumme ins Verhältnis zur Versicherungssumme der Wohngebäudeversicherung gesetzt.

Jährlich zahlen die Wohngebäudeversicherer deutschlandweit für rund 200.000 Brände eine Versicherungssumme aus. Das heißt, dass im Schnitt alle drei Minuten ein Brandschaden gemeldet wird. 2018 mussten die Versicherungen rund 1,2 Milliarden Euro auf den Tisch legen – ein Anstieg von 150 Millionen Euro im Vergleich zu 2017. In Sachsen-Anhalt machen Brände in Wohnungen und Häusern den Hauptanteil des Brandgeschehens aus.

Vor allem sind Wohngebäude betroffen

Zwischen 2013 und 2017 (die Zahlen für 2018 liegen noch nicht vor) waren es zwischen 50 und 60 Prozent.

So begann das Jahr 2018 in Osterwieck (Harz) gleich mit einem Einsatz der Feuerwehr. Ein Mehrgeschosser brannte am Stadtrand. Auslöser war ein Stromkabel, das nicht zur Hausinstallation gehörte. 20.000 Euro Schaden entstanden im September 2018 bei einem Brand im Magdeburger Neustädter Feld. Eine Küche brannte.

In Sandau (Kreis Stendal) war im März 2019 die Verpuffung beim Nachfüllen eines Ölofens der Auslöser für den Brand in einem Haus. Der Sachschaden betrug 50.000 Euro.

Der jüngste Großbrand liegt erst knapp eine Woche zurück. In Wernigerode brannte ein historisches Gebäude – hier war eine Gaststätte betroffen.

Häuser brannten 2017 mehr als 1800 Mal – eine stetige Steigerung seit 2014 (1519). In Wohnungen brannte es 2017 knapp 1000 Mal, 2014 mehr als 700 Mal. Unterschieden nach Wohngebäudearten sind Mieter in zwei- bis dreistöckigen Gebäuden am stärksten gefährdet. Knapp die Hälfte aller Brände in Wohnungen brachen in solchen Häusern aus. In Eingeschossern sowie Vier- bis Siebengeschossern waren es je Gebäudetyp mehr als ein Viertel der Brände. Am seltensten brannte es in Hochhäusern (rund 3 Prozent).

Warum es im Norden Deutschlands häufiger in Wohnungen und Häusern brennt, als im Süden liege daran, dass es im Norden mehr Brandstiftungen gibt, vermutet Oliver Hauner, Leiter der Schadensverhütung bei der GDV.