Magdeburg l Ein 33-jähriger Mann aus Halberstadt ist am Dienstag vom Magdeburger Landgericht wegen versuchten Mordes an seinen gehörlosen Eltern und schwerer Brandstiftung mit einem mildem Urteil bestraft worden. Die zwei Jahre Haft sind nach Angaben eines Gerichtssprechers auf vier Jahre Bewährung ausgesetzt worden. Die Große Strafkammer erteilte ihm zudem die Auflage eine ambulante Behandlung gegen seine Depressionen fortzuführen. Außerdem muss sich der Harzer ab 1. April für mindestens drei Monate in eine stationäre Therapie begeben.

Der Angeklagte hatte im vergangenen Jahr seine tauben Eltern im Schlafzimmer eingeschlossen und Kleidungsstücke vor der Tür in Brand gesetzt. Er wollte ihnen damit eine bevorstehende Zwangsräumung der Wohnung ersparen. Das Feuer wurde aber rechtzeitig entdeckt und die Eltern unverletzt gerettet.

Wesentlicher Grund für die Milderung war zum einen die Persönlichkeitsstörung des Angeklagten. Er litt an Depressionen und handelte in verminderter Schuldfähigkeit. Außerdem haben die Eltern als einzige Geschädigte ihrem Sohn inzwischen verziehen. Er legte von Anfang an ein umfassendes Geständnis ab und zeigte Reue. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und sechs Monate Gefängnis gefordert.