Schierke/Goslar (dpa) l Klirrende Kälte, ein beißender Wind und eine Bilderbuchwinterlandschaft: Der Brocken im Harz hat sich am dritten Adventswochenende in einem teils bizarren Winterkleid präsentiert. "Es liegen 35 Zentimeter Schnee und an den Gebäuden befinden sich Eisablagerungen von bis zu 70 Zentimetern Stärke", sagte Wetterbeobachter Marc Kinkeldey von der dortigen Station des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Sonntag. Auch habe der 1141 Meter hohe Gipfel mal nicht den ganzen Tag in den Wolken gesteckt. "Wir hatten zeitweise etwa 40 Kilometer Weitsicht", sagte Kinkeldey.

Viele Besucher habe der winterliche Brocken aber nicht angelockt. "Der Andrang ist verhalten. Es zieht die Leute jetzt wohl eher auf die Weihnachtsmärkte." Am Wochenende seien es auf dem Harzgipfel frostige minus acht bis neun Grad gewesen. Anfang Dezember waren die ersten zwei Zentimeter Schnee gefallen.

Durch die Winterlandschaft wandern

Im Oberharz reiche es aktuell fürs gemütliche Winterwandern. Nach Auskunft des in Goslar ansässigen Harzer Tourismusverbandes sei momentan noch kein Stück des insgesamt rund 500 Kilometer umfassenden Loipennetzes gespurt. In Schierke am Fuße des Brockens betrug die Schneehöhe den Angaben zufolge etwa acht Zentimeter. Am Torfhaus seien maximal 15, in Benneckenstein etwa sechs und in Hahnenklee gut vier Zentimeter Schneehöhe angezeigt. Viele Spaziergänger seien bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt gewandert.

"Zum Rodeln und für eine zünftige Schneeballschlacht reicht es allemal", sagte eine Sprecherin der Tourist-Information Schierke. Für das Spuren der Loipen sei es aber noch zu früh. Solange noch Steine oder Geröll zu sehen seien und keine durchgängige weiße Schneedecke liege, könnten die schweren Fahrzeuge nicht fahren. In den kommenden Tage wird es laut DWD eher regnen als schneien. Die Temperaturen sollen leicht ansteigen, hieß es.