Friedensau l Der Bereich Friedensau ist beliebt bei Fischottern. Das hat die Untere Jagdbehörde des Jerichower Landes herausgefunden. Deswegen verteuert sich die Sanierung der maroden Brücke an der Kreisstraße 1006 um rund 200.000 Euro auf 1,1 Millionen Euro. Außerdem muss der Baustart um ein Jahr verschoben werden. Dabei ist die Brücke einsturzgefährdet.

Stege für Fischotter anbringen

Im Zuge des Tierschutzes wird die Brücke angehoben, die angrenzende Kreisstraße ebenfalls. Unterhalb der Brücke sollen nun Stege angebracht werden, damit die Fischotter trockenen Fußes unter der Brücke hindurchkommen. Denn, so erläutert auf Nachfrage das Landesamt für Umweltschutz, die Fischotter unterqueren keine Brücken, sondern schwimmen vor dem Bauwerk ans Ufer, laufen über die gefährliche Straße, um hinter der Brücke ihren Weg schwimmend fortzusetzen. Für die nun geplanten Stege muss auch der Hochwasserstand beachtet werden, denn sie müssen oberhalb der Wasserlinie bleiben.

80 Prozent Otter sterben durch Autos

„Wir hoffen, dass sich der Zustand der Brücke nicht weiter verschlechtert“, sagt Steffen Burchhardt (SPD), Landrat des Jerichower Landes. Die Brücke ist seit Monaten nur eingeschränkt befahrbar. Außerdem wurde das Tempolimit reduziert. „Das Thema Natur- und Tierschutz ist emotional sehr aufgeladen“, sagt der Landrat. Dem Landkreis seien jedoch die Hände gebunden. Vorgaben der sogenannten Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie zum Schutz der biologischen Vielfalt bestimmen unter anderem den Schutz der Otter.

Dass der Otter-Steg notwendig ist, betont auch der Naturschutzbund Sachsen-Anhalt. 80 Prozent der Otter, die tot aufgefunden werden, seien auf den Straßenverkehr zurückzuführen.