Magdeburg l Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will heute höchstpersönlich den ersten Spaten in die Erde stechen. Der Abschnitt von Seehausen bis Wittenberge ist ein besonderer: Hier wird die größte Brücke der A-14-Nordverlängerung errichtet. 1100 Meter lang ist der vierspurige Übergang über die Elbe, der Sachsen-Anhalt mit Brandenburg verbindet. Mit gut 300 Millionen Euro Kosten gehört der Abschnitt zu den teuersten an der A 14. Voraussichtlich erst 2025 kann der Verkehr rollen. Erwartet werden täglich mehr als 25 000 Autos und Lkw in beide Fahrtrichtungen.

Die Etappe zeigt eine weitere Besonderheit: Zwischen Seehausen und Geestgottberg wird die Autobahn auf der Trasse der bisherigen Bundesstraße 189 errichtet. Dadurch wird weniger Fläche versiegelt als wenn die neue Piste – wie zumeist der Fall - genau neben der Bundesstraße und damit zusätzlich durch die Landschaft gezogen wird. Allerdings haben beide Varianten ihre Gründe. Bei Seehausen bot sich ein Überbauen der B 189 an, da es die Topographie erlaubt und es zudem auch genügend alternative Ortsverbindungsstraßen für den Langsamverkehr wie Traktoren, Mopeds oder Fahrräder gibt. Im Süden, zwischen Colbitz und Dolle etwa, ist das nicht der Fall. Damit während der Bauphase die B 189 weiter befahren werden kann, wird zuerst eine Richtungsfahrbahn der A 14 fertiggestellt. Ist die komplett, nutzen die Autos die neue Betonpiste übergangsweise als „Bundesstraße“, während die Bautrupps die alte B 189 abreißen und die zweite Fahrtrichtung der A 14 fertigen.

Weiter im Norden wird die B 189 zum Teil etwas verschoben, um der A 14 Platz zu machen. Die alte Bundesstraßen-Elb-Brücke in Wittenberge bleibt aber stehen. 2022 startet dann der Bau der neuen Brücke. Zwischen alter und neuer Elb-Querung liegen gerade mal sechs Meter.

Eine knifflige Aufgabe für die Ingenieure, da wegen der Enge problematische Wasserströmungen entstehen können. Raumgreifenderes Bauen war allerdings nicht möglich, da das ganze Areal unter Naturschutz steht.

Viele Lärmschutzwände

Ist die Autobahn mal fertig, wird die B 189 zur Landesstraße abgestuft. Mehr als an vielen anderen Strecken wird hier auch in den Lärmschutz investiert. Errichtet werden vier bis sechseinhalb Meter hohe Schutzwände auf insgesamt fünf Kilometer Länge. Geschützt werden die Orte Vielbaum, Geestgottberg und Märsche. Auch auf die neue Elbebrücke werden Wände montiert, die zugleich Vögel davon abhalten sollen, zu tief über die Brückenfahrbahn zu segeln.

Es dürfte mindestens noch bis 2027 dauern, ehe die Autobahn von Magdeburg bis zur Ostsee durchgehend befahrbar ist. Auf drei Abschnitten steht ein Baustart nämlich noch aus. Wie ist der Stand?

Dahlenwarsleben – Wolmirstedt: Hier schließt die vorhandene A 14 (Dresden-Magdeburg) an die Nordverlängerung an. Das wegen der Brücke über den Mittellandkanal sehr aufwändige Planverfahren wurde am Mittwoch beendet. Die Klagefrist läuft bis 9. Dezember.

Wolmirstedt – Colbitz: Das Sechs-Kilometer-Stück ist seit 2014 befahrbar.

Colbitz – Tangerhütte: Die acht Kilometer lange Strecke wurde im September freigegeben.

Tangerhütte - Lüderitz: Derzeit werden alle Brücken konstruiert. Ab 2023 rollt der Verkehr.

Lüderitz – Stendal - Osterburg: Archäologen haben mit Grabungen begonnen. Erster Spatenstich für die beiden insgesamt 31 Kilometer langen Abschnitte ist nächstes Jahr. Möglichst 2025 soll die Autobahn an die Stadtumfahrung Stendal anschließen.

Seehausen - Elbebrücke - Wittenberge: Baustart heute

Wittenberge - Karstädt: Das Planverfahren soll bis Mitte 2021 abgeschlossen werden.

Karstädt - Schwerin - Wismar: Die 106 Kilometer sind durchgehend befahrbar.