Magdeburg (js) l Die neue, dreispurige Bundesstraße 6 ist ein wichtiger Verbinder zwischen den Autobahnen A 14 und A 9. Mit ihr wäre Dessau deutlich besser erreichbar. Für den Bau des Lückenschlusses setzte Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) 2015 den ersten Spaten in die Erde. Und verkündete gut gelaunt: 2018 rollt der Verkehr. Doch dann kamen die Kröten.

Während erster Vorbereitungen schlug die Naturschutzbehörde des Landkreises Alarm: Tausende Lurche querten das Areal. 25.000 Tiere wurden gezählt. Das war 2016. Das notwendig gewordene Plan-Änderungsverfahren dauerte dann geschlagene vier Jahre: Erst jetzt ist es beendet. Die Klagefrist endet am 18. September. Erhebt niemand Einspruch, ist der Bau genehmigt.

Doch der dauert dann weitere vier Jahre, schätzt das Verkehrsministerium. Mehr als 200 Krötentunnel müssen gesetzt und die gesamte Straße deswegen anderthalb Meter höher als geplant errichtet werden. Das Ganze kostet nicht nur mehr Zeit, sondern auch mehr Geld. Die Kosten klettern von einst 50 auf 75 Millionen Euro. Ob während der Planung nicht präzise genug geschaut wurde oder die Lurche plötzlich ihre Route geändert hatten, ist bislang ungeklärt.

Wenigstens waren die Bauleute seit 2015 nicht tatenlos. Ein kurzes Stück samt Anbindung an die A 9 ist seit 2018 befahrbar. Ein weiterer Abschnitt folgt in den nächsten Tagen.

Die B 6 ist auch Ost-Verlängerung der Nordharzautobahn A 36. Ist die Bundesstraße komplett, bietet sie dem Harz eine schnellere Anbindung an die A 9 und damit nach Berlin.