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Chef der Senioren-Union stellt geltendes Asylrecht in Frage

22.11.2018, 12:39
Otto Wulff, Bundesvorsitzender der Senioren Union, spricht bei einer Konferenz. Foto: Kay Nietfeld/Archiv
Otto Wulff, Bundesvorsitzender der Senioren Union, spricht bei einer Konferenz. Foto: Kay Nietfeld/Archiv dpa

Magdeburg (dpa) - Der Vorsitzende der Senioren-Union der CDU, Otto Wulff, hat ebenfalls das geltende Asylrecht infrage gestellt. "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass eine vernünftige Zuwanderung über das bisher praktizierte Asylrecht kaum zu erreichen sein wird", sagte er am Donnerstag bei einem Bundestreffen der Vereinigung in Magdeburg. "Allein das Wort Asyl kann nicht genügen, automatisch Aufenthalt, Unterkunft und Versorgung zu erreichen." Andernfalls werde weiterhin eine "unübersehbare Zahl an Migranten" an den Grenzen Europas erscheinen und Ängste auslösen, die allein "migrationsfeindlichen und nationalistischen Parteien" nutzten.

Wulff hielt die Rede, nachdem Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz eine Debatte über das Asylrecht angestoßen hatte. Er sagte bei einer CDU-Regionalkonferenz, seiner Meinung nach müsse darüber geredet werden, ob das Asylgrundrecht "in dieser Form fortbestehen" könne.

Merz kandidiert als Nachfolger von Angela Merkel für den Parteivorsitz. Seine Mitbewerber, Gesundheitsminister Jens Spahn und Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, kritisierten den Vorstoß. Alle drei sind bis Freitag bei der Tagung der Senioren-Union zu Gast, um sich den 400 Delegierten vorzustellen. Am Donnerstagabend stellen sie sich auch bei einer Regionalkonferenz in Halle vor.