Halle (dpa) l In Sachsen-Anhalt arbeiten laut einer Studie rund 190.400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Jobs, die bereits jetzt zu 70 Prozent von Computern und gesteuerten Maschinen übernommen werden könnten. Das sind 24,4 Prozent aller Beschäftigten. Damit sei etwa jeder vierte Arbeitsplatz in Sachsen-Anhalt von der Digitalisierung betroffen, wie Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) herausfanden. Deutschlandweit treffe dies aktuell auf 25 Prozent der Beschäftigten zu.

Vor allem Fertigungs-, IT- und Dienstleistungsberufen sowie die Logistik- und Verkehrsbranche seien von Veränderungen durch Computertechnik betroffen. Hingegen sei dies bei 38 000 Beschäftigten in Sachsen-Anhalt den Angaben zufolge derzeit eher nicht der Fall. Dazu gehören Berufe wie Friseure, Physiotherapeuten, Erzieher oder auf dem Bau.

Der Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, Kay Senius, erklärte, dass mit der Digitalisierung auch neue Jobs mit neuen Berufsbildern und Anforderungen an Beschäftigte entstünden. Technologischer Fortschritt bedeute nicht gleich Abbau von Beschäftigung. "Computer und Maschinen, die Arbeiten übernehmen sollen, müssen von Menschen ja auch programmiert und bedient werden können", sagte ein Sprecher der Regionaldirektion. Immer mehr Wissen sei zudem über Aus- und Weiterbildung nötig.