Halle (dpa) l Mehr als 190.000 Beschäftigte in Sachsen-Anhalt und damit fast ein Viertel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind von Kurzarbeit betroffen. Zugleich stieg die Arbeitslosigkeit das erste Mal seit 1991 von März auf April an, wie aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen vom Donnerstag hervorgeht. Demnach sind 87.900 Menschen arbeitslos gemeldet, was einem Anstieg von 8100 im Vergleich zum Vormonat entspricht.

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,7 Punkte auf 7,8 Prozent. Auch im April 2019 war die Zahl der Arbeitslosen den Angaben zufolge um 7000 niedriger. Normalerweise profitieren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im April von einer Frühjahrsbelebung.

Die Corona-Pandemie setze den Arbeitsmarkt stark unter Druck, heißt es in einer Mitteilung der Agentur. "Ohne das Instrument der Kurzarbeit wäre die Arbeitslosigkeit noch stärker gestiegen. Viele Unternehmen versuchen derzeit damit ihr Personal zu halten", sagte der Geschäftsführer der Regionaldirektion, Markus Behrens, laut Mitteilung.

Insgesamt seien seit März rund 20.100 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Welches Ausmaß die Kurzarbeit letztlich annehmen werde, zeige sich jedoch erst den kommenden Monaten, wenn die Unternehmen die Kurzarbeit konkret abrechneten.