Magdeburg l Die Einheiten der Polizei, des Technischen Hilfswerkes (THW) und der Bundeswehr befinden sich weitgehend im Krisenmodus.

Die rund 1300 Reservisten der Bundeswehr im Land sind aktuell aufgerufen sich im Landeskommando der Bundeswehr in Magdeburg zu melden. Sie werden in Listen für eine Verfügbarkeit erfasst, um schnell einsetzbar zu sein. „Der Arbeitgeber muss dafür aber sein Einverständnis geben“, sagt Oberstleutnant Thomas Poloczek vom Landeskommando. Die Soldaten sollen im Ernstfall mit eingesetzt werden können.

Oberste Priorität habe neben der Vorbereitung für Hilfsaktionen der gesundheitliche Schutz der Soldaten. Deshalb werden alle Dienste personell eingeschränkt. Poloczek: „Wir stellen uns auch auf Anforderungen aus dem Land ein. Bisher gibt es aber noch keine aktuellen aus Sachsen-Anhalt.“ Weil die Stadt Halle den Katastrophenfall ausgelöst hat, stehe dort dem Oberbürgermeister als fachlicher Berater der Leiter des dortigen Kreisverbindungskommandos zur Verfügung. Ein Verbindungsoffizier sei außerdem seit Freitag dem Pandemie-Stab des Landes an die Seite gestellt worden.

Realistisch halte der Sprecher des Landeskommandos vor allem Hilfen beim Aufrechterhalten der Logistik. „Dort, wo es eng wird, könnten wir zum Beispiel Fahrzeuge zur Verfügung stellen“, sagt er. Das Sanitätsregiment in Weißenfels (Burgenlandkreis) und die Bundeswehrapotheke in Blankenburg (Harz) bereiten sich auf mögliche Corona-Einsätze innerhalb der Bundeswehr, aber auch auf Anfragen aus den zivilen Einsatzstäben vor.

Auch die Polizei stellt sich aktuell auf eine Quarantäne einzelner Bereiche ein. „So wird ein Teil der Mannschaft, da wo es möglich ist, ausgegliedert und nach Hause geschickt, um eine Rückfallebene für möglicherweise infiziertes Personal zu ermöglichen. Die Teams werden sozusagen gespiegelt“, erklärt Uwe Bachmann, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei. Einen solchen ersten Quarantäne-Fall soll es nach Volksstimme-Informationen bereits in Halle gegeben haben. Dort erkrankte ein Beamter, so dass mehrere seiner Kollegen vorsorglich nach Hause geschickt werden mussten. Diensträume und Autos wurden fachgerecht desinfiziert.

Noch sind laut Bachmann alle nötigen Bereiche mit entsprechender Schutzausrüstung ausgerüstet. Das betrifft die Atemschutzmasken, Schutzanzüge, Handschuhe und Desinfektionsmittel. „Zurzeit wird es an einigen Stellen aber schon knapp. Vor allem im Streifendienst ist der Schutz wichtig“, sagt er. Nachschub sei aber bereits angekündigt. Sein Kollege Olaf Sendel von der Deutschen Polizeigewerkschaft sagt: „Die Streifenwagen sind alle gut ausgerüstet und Nachschub in den Revieren ist auch noch vorhanden.“

Das Technische Hilfswerk (THW) reagiert ebenfalls mit einem Krisenmodus. „Wir fahren nur noch zu Einsätzen raus oder halten die Technik entsprechend bereit“, sagt Falk Lepie, Ortsbeauftragter des THW Magdeburg. Seine Gruppe kam bereits mehrmals zum Einsatz. So fertigte das THW aus Plexiglas und Holz 70 mobile Spuckschutzscheiben im Auftrag der Stadt für die Verwaltung mit eventuellem Besucherverkehr. Außerdem haben die THW-Kräfte auch das Fieberzentrum in der Innenstadt aufgebaut.

Der Landeschef des Feuerwehrverbandes, Kai-Uwe Lohse, erklärt, dass sich im Quarantäne-Fall die Feuerwehren gegenseitig aushelfen und die Wachbereitschaften ersetzen können. „Ich sehe da vorerst keine Probleme“, sagt er. Feuerwehren mit speziellen Aufgaben, zum Beispiel bei Tragehilfen für den Rettungsdienst, werden von diesem auch mit Schutzkleidung versorgt. Das Land kündigte für nächste Woche Nachschub an.

Auch Magdeburgs Feuerwehrchef Helge Langenhan meint: „Wir sind auf alles vorbereitet.“ Im Quarantäne-Fall können sich die Wachgruppen ersetzen oder auch Freiwillige Feuerwehren anfordern.