Halle (dpa) l Die Corona-Pandemie hat die Zahl der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt im Jahr 2020 auf den niedrigsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung sinken lassen. Demnach gingen im vergangenen Jahr landesweit 990.100 Menschen einer Erwerbstätigkeit nach – 1,5 Prozent weniger als 2019, wie das Statistische Landesamt in Halle am Dienstag mitteilte. Die coronabedingten Einschränkungen hätten zu Beschäftigungsverlusten in fast allen Wirtschaftsbereichen geführt, hieß es. Den mit 3,9 Prozent größten Rückgang der Erwerbstätigenzahl habe es im Bereich Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister gegeben. Dort waren im vergangenen Jahr 143.300 Menschen tätig (2019: 149.100).

Auch im Grundstücks- und Wohnungswesen, der Land- und Forstwirtschaft, im produzierenden Gewerbe sowie im Handel nahm die Zahl der Erwerbstätigen nach Angaben der Statistiker ab. Einzig in den Bereichen öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung, Gesundheit und private Haushalte habe es einen Zuwachs von 0,1 Prozent gegeben. Hier hätten 2020 insgesamt 339.800 Erwerbstätige ihren Arbeitsort im Land gehabt.

Bundesweit sei die Erwerbstätigenzahl 2020 um 1,1 Prozent (477.000) auf 44,8 Millionen gesunken. Damit endete den Angaben zufolge aufgrund der Corona-Krise der mehr als 14 Jahre anhaltende Anstieg der Erwerbstätigkeit in Deutschland. Alle Bundesländer seien von dem Rückgang betroffen, hieß es. Die Daten stammen aus vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises "Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder".