Magdeburg l Eine vom Bund geförderte Schul-Cloud ist von Hackern angegriffen worden. Die Lernplattform des Hasse-Plattner-Instituts (HPI) wird in abgewandelter Form in mehreren Bundesländern eingesetzt. Im Saarland wurde eine Liste mit Namen von 103 Schülern und Lehrern öffentlich, berichtete am Dienstag die "Osnabrücker Zeitung".

Bundesweit sollen insgesamt 13 Schulen vom Angriff betroffen sein, darunter sechs im Nachbarland Brandenburg. In Niedersachsen sollten 450 Schulen am Montag an das Netzwerk der Plattform angeschlossen werden. Jetzt werde die Datenübertragung ausgesetzt, hieß es weiter. 2000 Schulen hätten allein in Niedersachsen im Zuge der Corona-Krise Interesse an der Plattform bekundet.

Drei Schulen im Land nutzen Plattform

In Sachsen-Anhalt nutzen nach Angaben des Bildungsministeriums bislang nur drei Schulen die Schul-Cloud des HPI, darunter das Siemens-Gymnasium Magdeburg, die Landesschule Pforta und das Cantor-Gymnasium Halle. Die große Mehrheit der Einrichtungen arbeite mit dem Bildungsserver des Landes. Hier habe es keine Angriffe gegeben, sagte Sprecher Stefan Thurmann.

Seit der pandemiebedingten Schließung der Schulen Mitte März fand der Unterricht zuletzt über Wochen zu Hause statt. Viele der 870 Schulen in Sachsen-Anhalt setzten dabei zunehmend auf digitale Lernangebote.

100-prozentige Sicherheit könne es unabhängig von der benutzten Lernplattform nicht geben, sagte Michael Glage, Referatsleiter für Schulen beim Datenschutzbeauftragten des Landes. Der Gesetzgeber habe lediglich ein angemessenes Schutzniveau sicherzustellen. Die HPI-Cloud sei als Software dabei nicht weniger gut geeignet als die bevorzugten Lernplattformen in Sachsen-Anhalt, dazu zählen vor allem die sogenannte "Emu-Cloud" und "Moodle".