Magdeburg (mf) l Fußball-Zweitligist Darmstadt 98 erhebt nach einem Vorfall vor dem DFB-Pokalspiel am Freitag beim 1. FC Magdeburg (1:0) schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Der Club empfindet den Einsatz der Beamten im Bereich des Gästeparkplatzes „als ungerechtfertigt sowie unverhältnismäßig und kritisiert das Vorgehen der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit Thüringen“, heißt es in einer Stellungnahme der Lilien.

Nach Angaben des Vereins mussten Darmstädter Fans vor Ort medizinisch behandelt werden, einer davon im Krankenhaus. Sieben weitere Anhänger suchten nach ihrer Rückkehr in Darmstadt Krankenhäuser auf. Außerdem wurden bei dem Einsatz zwei Polizeibeamte verletzt.

Aus Sicht der Hessen „hätten jegliche Blessuren an diesem Abend durch eine deeskalierende Strategie“ vermieden werden können. „Genauso, wie der SV 98 keinerlei Gewalttäter in den Reihen seiner Fans akzeptiert, kann er auch keine gewalttätigen Übergriffe auf seine Fans oder Mitarbeiter dulden“, sagte Präsident Rüdiger Fritsch: „Wir erhoffen uns daher von der Polizei in Magdeburg, diese Vorfälle aufzuklären und auch im Sinne anderer Gastvereine zu einer deeskalierenden Einsatzstrategie zu finden.“

Der Polizei in Magdeburg liegen laut Sprecher Frank Küssner „andere Erkenntnisse vor“. Seitens der Darmstädter sei bislang noch keine Anzeige eingegangen. Im Gegensatz dazu ermittle die Polizei aber in acht Fällen unter anderem wegen Widerstandes, Beleidigung und Körperverletzung. Bei der Anreise hätten 20 Darmstädter „Risiko-Fans“ eine Straße am Stadion blockiert. Nachdem sie der Aufforderung zur Räumung nicht nachkamen, hätten die Beamten sie abgedrängt.