Magdeburg l Andreas Schmidt und Juliane Kleemann sollen die künftige Doppelspitze der sachsen-anhaltischen SPD bilden. Das ist das Ergebnis einer am Freitag beendeten Mitgliederfragung. Die von der Parteibasis bestimmten Kandidaten werden bei einem Parteitag am 24./25. Januar in Ascherleben zur Wahl vorgeschlagen.

Die Stendaler Kreischefin Kleemann hatte sich bereits im November knapp mit 46,6 zu 46,1 Prozent gegen Katharina Zacharias von den Jusos durchgesetzt. Der „Männerplatz“ musste in einer Stichwahl ermittelt werden. Dabei setzte sich Schmidt mit 55,3 Prozent (752 Stimmen) zu 40,4 Prozent (550 Stimmen) gegen Jost Riecke durch.

Der 49-jährige Schmidt sitzt seit 2016 im Landtag. Seit vorigem November ist der Historiker Chef der halleschen SPD. „Die SPD wird mehr denn je gebraucht“, sagte er Freitag. Als ein Ziel gab er an, dass die öffentliche Infrastruktur gestärkt werden müsse.

Sachsen-Anhalt ist der erste SPD-Landesverband, der eine Doppelspitze einführt. Im Ggensatz zum Bund treten im Land keine Teams an, sondern der Frauen - und der Männerplatz werden getrennt gewählt.

Burkhard Lischka, der seit 2016 Landeschef  war, kandidiert nicht mehr für dieses Amt. Der frühere Bundestagsabgeordnete will sich künftig auf seinen Beruf als Notar konzentrieren. Er zeigte sich gestern zuversichtlich, dass die designierte Doppelspitze beim SPD-Parteitag ein „sehr, sehr gutes Ergebnis“ erzielen werden. Dann, augenzwinkernd: „Sie werden sich in zwölf Monaten keiner Vertrauensfrage unterziehen müssen.“ Ein Seitenhieb auf Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), der unlängst eine Vertrauensfrage in der eigenen Fraktion nur knapp überstanden hatte.