Weniger Fälle festgestellt Drogen, Handys und Gewalt sorgen in Sachsen-Anhalts Gefängnissen für Probleme
Gefangene sitzen hinter hohen Mauern ihre Strafe ab. Doch immer wieder finden Justizmitarbeiter Handys und Drogen. Auch Körperverletzungen hinter Gittern ist nach wie vor ein Thema.

Magdeburg/dpa - Handy- und Drogenschmuggel sowie Körperverletzungen sind in Sachsen-Anhalts Gefängnissen nach wie vor ein Problem - auch wenn die Fälle in allen Bereichen zurückgegangen sind.
Gefängnisse in Sachsen-Anhalt: Mehr als 70 Handys sichergestellt
Im vergangenen Jahr sind 74 Mobiltelefone sichergestellt worden, wie das Justizministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg mitteilte. Im Vorjahr waren es 96 Handys. Die Technik werde in der Regel im Rahmen von Kontrollmaßnahmen aufgefunden.
Die Möglichkeit, verbotene Gegenstände, insbesondere Handys in eine Einrichtung zu bringen, sei trotz vielfältiger Schutz- und Kontrollmechanismen nicht gänzlich auszuschließen, erklärte ein Sprecher.
Weniger Drogen sichergestellt
Insgesamt sind im Jahr 2021 in 73 Fällen Drogen sichergestellt worden. Hauptsächlich handelte es sich dabei um Cannabis sowie Amphetamine. Die Gesamtmenge beläuft sich den Angaben zufolge auf 385 Gramm und übersteigt nicht das Niveau vergangener Jahre. Im Gegenteil: Die sichergestellte Menge liegt deutlich unter der im Vorjahr (702 Gramm).
Jugendanstalt Raßnitz Hotspot für Körperverletzungsdelikte
Auch die Zahl der Körperverletzungen hinter Gittern ist in Sachsen-Anhalt zurückgegangen. In den Justizvollzugsanstalten und der Jugendanstalt des Landes Sachsen-Anhalt seien im Jahr 2021 insgesamt 131 Körperverletzungsdelikte registriert worden, hieß es weiter. In 19 Fällen davon handelte es sich um Angriffe von Gefangenen auf Bedienstete.
Zudem ist in 14 Fällen eine Anzeige wegen Bedrohung von Bediensteten erstattet worden. Die Tendenzen im Vergleich zu den Vorjahren sind bei den Angriffen auf Bedienstete beziehungsweise den Beleidigungen laut Ministerium gleichbleibend bis stark rückläufig.
Mehr als die Hälfte der Körperverletzungen unter Gefangenen gab es den Angaben zufolge in der Jugendanstalt Raßnitz. Die Delikte werden laut Ministerium grundsätzlich zur Anzeige gebracht. Außerdem verhängten die Anstalten Disziplinarmaßnahmen, auch Verlegungen der Gefangenen seien möglich.
Anfang März 2022 verfügten die Gefängnisse in Sachsen-Anhalt über 1.942 Haftplätze, davon waren 1.587 belegt, wie aus einer Statistik des Justizministeriums hervorgeht.