Magdeburger überfiel mehrfach seinen Onkel und knöpfte ihm das Arbeitslosengeld ab

Drogensucht treibt 19-Jährigen ins Gefängnis

Von Robert Richter

Magdeburg l Das Landgericht hat einen 19 Jahre alten Magdeburger zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft in der Jugendanstalt verurteilt. Marco L. (Name geändert) war unter anderem wegen räuberischer Erpressung angeklagt worden. Er hatte sich auf kriminelle Weise Geld für Drogen wie Crystal und Kokain beschafft.

Der 19-Jährige musste sich insgesamt wegen sechs Taten verantworten, die er aus Sicht des Gerichts zwischen Juli und September 2012 begangen hat. So soll er zweimal seinem Onkel, mit dem er in einem Haus wohnte, um sein Arbeitslosengeld gebracht haben.

Der 44-jährige Onkel schilderte, wie er in Magdeburg auf dem Pechauer Platz von seinem Neffen verprügelt wurde, weil er kein Geld herausrücken wollte. Marco L. räumte ein, dem Mann ins Gesicht geschlagen und ihn von der Parkbank gestoßen zu haben, um ihm 350 Euro aus der Hosentasche zu ziehen. Er hatte den Monatsanfang abgepasst. "Da bekomme ich mein Hartz IV", sagte der Onkel. Da er kein Konto besitze, habe er sich alles bar auszahlen lassen. Im vorigen Sommer habe er so einmal 600 Euro in der Hosentasche mit sich herumgetragen. "Mein Neffe kam mit einigen Freunden auf den Hof. Er wollte von mir erst 20 Euro haben. Dann stieß er mich zu Boden, warf sich auf mich und zog mir die 600 Euro aus der Tasche", so der 44-Jährige. Einen anderen Hausbewohner habe L. mehrmals bestohlen und soll dabei rund 1300 Euro in bar sowie die Geldkarte erbeutet haben. Damit hob L. weitere 400 Euro ab.

"Ich habe täglich Crystal und Kokain durch die Nase gezogen, dazu auch Cannabis geraucht - ich wollte Party machen und Spaß haben", erklärte der 19-Jährige, der bereits vorbestraft war. Inzwischen sei er "clean".