Ein begehbarer Stadtplan von Magdeburg

Von Klaus-Peter Voigt

"Benutzeroberfläche STADT" heißt die neue Exposition im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen. Bis zum 13. November kann eine Collage, geschaffen von elf jungen Leuten, begangen werden.

Beim ersten flüchtigen Blick erschließt sich ein ungewöhnliches Stadtpanorama. Dort der Hauptbahnhof, dann ein Kanu, eine langer Drachen - das könnte symbolisch die Elbe sein, der Plättbolzen vom Hasselbachplatz ... Auf ebener Erde ist in nur knapp 14 Tagen eine Hommage an Magdeburg entstanden.

Keine klassischen Künstler mit möglicherweise akademischer Ausbildung waren am Werk, das erst wenige Stunden vor der Eröffnung der Schau heute Abend um 19 Uhr wirklich fertig wurde. Manche Farbfläche könnten deshalb bei der Vernissage noch feucht sein. Das Betreten des Riesenbildes ist erwünscht und erlaubt, möglichst nur in Strümpfen oder mit ein paar Überziehern aus Folie.

Die Macher haben erstmals in dieser Gruppe gearbeitet. Ansonsten üben sie "einen ganz normalen Beruf" aus, sind Architekt, Beleuchter oder Webdesigner, versichert Kurator Uwe Gellner. Sie rechnen sich der Streetart-Szene zu oder stammen aus ihr. Dessen Macher nutzen diverse Medien, sie arbeiten mit Markerstiften, Pinsel und Malerrollen oder Sprühdosen. Wände werden bemalt und beklebt, auch Stromkästen, Laternen, Verkehrsschilder, der Untergrund spielt keine Rolle. "Ihnen ist gemein, dass sie die Stadt nicht so hinnehmen, wie sie sich im Augenblick präsentiert und sind trotzdem eins mit ihr, hegen Sympathien für den urbanen Raum", sagt Gellner.

Lesen Sie mehr in der Mittwochausgabe Ihrer Volksstimme!