Noch-CDU-Abgeordneter Uwe Harms ist ein Außenseiter, der schon mal auffällt

Ein Eigenbrötler mit Prinzipien und Besonderheiten

Magdeburg/Klötze l Uwe Harms saß bislang im Landtag in der dritten Reihe mitten in der CDU-Fraktion, aber auch ganz außen - am Rand Richtung Grüne. Und sein Streiten gegen eine unterirdische Kohlendioxid-Speicherung ist ein "grünes Thema". Dabei ist der 50-jährige Klötzer keineswegs ein Grüner, sondern ein Konservativer mit Eigenheiten. Sportlich-asketisch, prinzipientreu, eigenbrötlerisch - so wirkt er und so ist Harms auch.

Seit 2006 sitzt der studierte Mathe- und Physiklehrer im Landtag. Gleich in seinem ersten Jahr forderte Harms den damaligen Ministerpräsidenten Wolfgang Böhmer zum Rücktritt auf. Er brachte damit sein Veto gegen die flächendeckende Einführung von Einheitsgemeinden zum Ausdruck. Böhmer konnte darüber noch Jahre später schmunzeln.

Vor anderthalb Jahren sorgte Harms für Schlagzeilen, als er vor einer Reise des Rechtsausschusses am Flughafen eine Landtagsangestellte aufforderte, ihren Koffer zu öffnen, um die Gastgeschenke auf die Delegation zu verteilen. Harms brach dann die Reise ab, trat als Ausschussvorsitzender zurück und sorgte für Kopfschütteln.

Und jetzt CCS: Der Christdemokrat kämpft seit Monaten mit Vehemenz gegen diese Technologie. Er startete eine Unterschriftenaktion, malte Protestslogans sogar großflächig an seine Bürowand. "Der hat sich verrannt", heißt es aus der Fraktion, wo Harms Rückzug eher erleichtert denn mit Bedauern aufgenommen wird.

An diesem Freitag tritt Uwe Harms seine letzte Dienstreise für die CDU-Fraktion an, die erst Stunden vor seinem Austritt genehmigt wurde. Er fährt zu einer Tagung mit dem Titel "Hoffnungsträger CO2-Speicherung?"...