Tines Tagebuch

Einladung zur Stippvisite in den Katzenalltag

Es war an einem der weniger schönen Tage im Juni 2008. Der Himmel war mit dunklen Wolken verhangen und in der Ferne grollte es. In dieses Grollen mischte sich ein lautes und klägliches Katzenjammern, auf das wir in der Pusteblume-Redaktion aufmerksam wurden und dem wir nachgingen. Im Gebüsch vor dem Verlagsgebäude fanden wir ein kleines Kätzchen, verfroren, verängstigt und seiner Kräfte schon deutlich beraubt.

Das winzige Wesen, das auf einer Hand Platz fand, sollte nicht seinem Schicksal überlassen werden. Innerhalb weniger Minuten war ein Familienanschluss perfekt – der Findling wurde in einem mit Handtüchern gepolsterten Karton auf dem Schreibtisch gebettet und wartete dort auf die Fahrt in sein neues Zuhause.

Maximal vier Wochen alt sei das Kätzchen, attestierte der Tierarzt. Und da es keinerlei Scheu vor menschlichen Berührungen zeigte, sondern diese sogar schnurrend genoss, sei davon auszugehen, dass es ausgesetzt wurde. Und das faktisch vor der Tür der Pusteblume-Redaktion ...

Tine, so wurde der Findling getauft, entwickelte sich prächtig. Einziger Wermutstropfen: Sie ist von Geburt an auf beiden Ohren taub. Ein Handikap, das die Lebensfreude der Kleinen aber nicht mindert. Sie ist eine ausgesprochen fröhliche Katze.

Seit zwei Jahren "schreibt" Tine Tagebuch für die jüngsten Volksstimme-Leser und lässt die Pusteblume-Fans an ihrem Katzenalltag teilhaben. Sie erzählt von ihren Abenteuern, macht sich Gedanken über das Miteinander von Mensch und Tier und berichtet von ihren Erlebnissen mit Katze Neele und Hund Carlos, den anderen vierbeinigen Familienmitgliedern. (ch)