Sachsen-Anhalts Finanzplanung liest sich gut: Mehr Geld, mehr Zuwanderung, niedrigste Zinsen, eine ordentliche Rücklage, Pensionsvorsorge. Finanzminister Bullerjahn darf zufrieden sein, sein Nachfolger hat eine solide Basis. Doch Vorsicht – wir sind im Wahlkampf. Auch vor der letzten Wahl hatte die Regierung das Personalsparkonzept kurzerhand geändert und mehr Lehrer in Aussicht gestellt. Wenige Tage nach der Wahl war das obsolet.

Zugegeben – es gibt einen Unterschied zu 2011. Die Abwanderung scheint wirklich gestoppt. Allerdings wissen wir nicht, wie viele der EU-Zuwanderer und Flüchtlinge im Land bleiben. Auch Aufwand und Kosten der Integration sind noch nicht zu ermessen. Hinzu kommen diverse Ausgabewünsche der Parteien: Ein kostenloses Kita-Jahr (CDU), Obergenzen bei Kita-Gebühren (SPD) und die Kommunen brauchen auch mehr Geld. Also: Die Prognose darf uns verhalten optimistisch stimmen, aber es gibt keinen Grund, gleich abzuheben.