Leuna (dpa/sa) l Mit dem symbolischen ersten Spatenstich haben am Chemiestandort Leuna die Arbeiten für die Erweiterung und Modernisierung eines Kraftwerks begonnen. Rund 125 Millionen Euro werden investiert. Dies sei die größte Einzelinvestition seit der Restrukturierung des Chemiestandortes, erklärte Christof Günther, Geschäftsführer der Infraleuna GmbH (Leuna/Saalekreis) am Mittwoch. Es entstehe eine leistungsstarke Gas- und Dampfturbinenanlage mit verbesserter Effizienz. Voraussichtlich 2022 soll das Kraftwerk ans Netz gehen, wie ein Sprecher der Infrastrukturgesellschaft sagte.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) betonte, eine sichere und bezahlbare Energieversorgung sei wichtig für die weitere Entwicklung des Standortes. Die Infraleuna bietet Serviceleistungen an. Dazu gehört die Energieversorgung. Leuna zählt mit rund 10.000 Beschäftigten in rund 100 Firmen zu den strukturbestimmenden Standorten in Ostdeutschland.

Kraftstoffherstellung mit Erdgas

Produziert werden chemische Grundstoffe, Spezialprodukte oder auch Kraftstoffe wie Benzin und Diesel in der – auf der grünen Wiese nach 1990 gebauten – Raffinerie. Die Energieversorgung erfolgt über Kraftwerke, auf der Basis von Erdgas.

Die früheren Leuna-Werke waren nach 1990 im Zuge des Strukturwandels der ostdeutschen Industrie mit Hilfe von Steuergeldern von Grund auf für Neuansiedlungen und Ausgründungen von Betriebsteilen saniert. Damit einher ging am Standort mit 100-jähriger Industriegeschichte der Abriss von Anlagen und der Abbau Tausender Arbeitsplätze.