Magdeburg (dpa)  Die Grippe ist in Sachsen-Anhalt weiter auf dem Vormarsch. Es wurden bereits mehr Influenzafälle gezählt als in der gesamten vergangenen Saison, wie aus den neuesten Zahlen des Landesamtes für Verbraucherschutz hervorgeht. In der vergangenen Woche kamen 4083 neue Grippebefunde hinzu, noch einmal rund 1000 mehr als in der Vorwoche.

Die höchsten wöchentlichen Spitzenwerte der vergangenen Jahre seien bereits mehrfach übertroffen worden, hieß es. Seit Beginn der Grippesaison im September zählten die Behörden bislang 11.870 Erkrankungen. In der gesamten Vorsaison waren es knapp 9100 Fälle.

Bislang starben sieben Sachsen-Anhalter an der Influenza, wie das Landesamt weiter mitteilte. Es handelte sich um fünf Frauen und zwei Männer im Alter von 40 bis 86 Jahren. Zum Vergleich: In der gesamten Vorsaison gab es 22 Todesfälle. Der Anteil der Erkrankten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, ist den Angaben zufolge bislang geringer als in der Vorsaison.

Viele Kinder unter Neuerkrankungen

Unter den Neuerkrankungen der vergangenen Woche waren auch viele Kinder. 1576 Fälle betrafen Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren, rund 2500 mal infizierten sich Erwachsene mit den Influenza-Viren. Die Grippewelle werde in diesem Jahr vor allem von Influenza-B-Viren bestimmt, hieß es. Schulkinder seien bei diesem Typ häufiger betroffen. In den Schulen, wo viele Kinder zusammenkommen, könnten sich die Viren zudem schnell übertragen.

Besonders heftig ist die Grippewelle im Süden des Landes ausgeprägt. So wurden in Halle 814 Fälle gezählt, im Saalekreis 445 und im Burgenlandkreis 380. Deutlich seltener erkrankten Menschen in den nördlichen Regionen Sachsen-Anhalts an der Grippe. Im Altmarkkreis Salzwedel wurden nur 70 neue Fälle gemeldet, im Jerichower Land 112 und im Landkreis Stendal 143.

Die Behörden raten vor allem älteren Menschen, chronisch Kranken und Schwangeren zur Grippeimpfung. Für Risikopatienten, die in der laufenden Saison bereits geimpft wurden, empfehle sich eine Nachimpfung. Ein schwerer Verlauf der Erkrankung sei nicht auszuschließen und könne in Einzelfällen sogar vorher gesunde Menschen betreffen.