Magdeburg l Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wird sich vermutlich ein zweites Mal um die Aufnahme in die Exzellenz-Initiative des Bundes und der Länder bewerben. Das kündigte Uni-Rektor Jens Strackeljan jetzt im Volksstimme-Gespräch an.

Bis zum Ende des Sommers werden Wissenschaftler aus den Bereichen Neurowissenschaften, Dynamische Systeme, Immunologie und Medizintechnik eine Antragsskizze erstellen.

Für die Bewerbung sei es zudem wichtig, ein gesellschaftlich relevantes Thema zu formulieren, sagte Strackeljan: „Wissenschaftliche Exzellenz allein wird nicht reichen.“

Die Exzellenz-Initiative hatten der Bund und die Länder 2006 zum ersten Mal aufgelegt, es läuft nun aus. Bislang sind 4,6 Milliarden Euro Förderung geflossen. Begehrt ist die Aufnahme und das Programm auch wegen des damit verbundenen Ansehens. Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind die einzigen Bundesländer, die keine Exzellenz-Hochschule vorweisen können.

Strackeljan tritt am 1. Oktober seine zweite Amtszeit an der Spitze der Magdeburger Uni an. Als deren Aufgabe sieht Strackeljan neben einer ausgezeichneten Forschung vor allem die Ausbildung von Fachkräften. Als vom Steuerzahler finanzierte Einrichtung fühle sich die Uni diesem Thema besonders verpflichtet, betonte der Rektor. So gehe es auch darum, Modelle für die Zukunft dünnbesiedelter Gegenden mit älter werdender Bevölkerung zu entwickeln.

Intensivieren will die Uni die Ausbildung von Lehrern. Wenn das Land jährlich 800 ausscheidende Lehrer ersetzen wolle, müssten 1100 oder 1200 junge Menschen ein Lehramtsstudium beginnen.

„In Magdeburg können wir uns vorstellen, für die Lehrerausbildung weitere Fächerkombinationen anzubieten, etwa Mathe und Physik“, sagte Strackeljan. Bedauern zeigte er über den beschlossenen Austritt der Briten aus der EU. Damit fielen auch für Magdeburger Studenten beliebte Universitäten als Ziel für einen Erasmus-Austausch weg. Auch hätten britische Wissenschaftler mit ihrem Pragmatismus die Wissenschaft bereichert.

Nicht akzeptieren will der wiedergewählte Rektor die Finanzaufteilung zwischen den beiden Universitäten Halle und Magdeburg.

„Dafür, dass Halle 140 Millionen Euro bekommt und wir 86 Millionen Euro, gibt es keine nachvollziehbare Begründung.“ Jede Änderung erfordere allerdings das Bohren dicker Bretter.