Uhrsleben l Diese Nacht werden Bärbel Lange und Ronald Thomalla so schnell nicht vergessen: am 06. Februar stand gegen 02:00 Uhr ein Reihenhaus in direkter Nachbarschaft in Vollbrand. Die Flammen drohten auf ihre Häuser überzugreifen. Alle Mieter mussten evakuiert werden. Sperrmüll und Brandreste erinnern seitdem an die dramatischen Stunden, in denen mehrere Feuerwehren mit fast 50 Kameraden und 11 Einsatzfahrzeugen vor Ort waren.

Der 47 Jährige Bewohner, der als möglicher Verursacher des Brandes gilt, wurde durch die Feuerwehr gerettet und mit dem Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Haldensleber Krankenhaus eingeliefert. Aus diesem wurde er auf eigenen Wunsch entlassen und ist seither nicht mehr zu erreichen. Nun sind die betroffenen Nachbarn besorgt, denn bis heute konnte der mutmaßliche Brandstifter nicht von der Polizei vernommen werden.

Gesuchter ist namentlich bekannt

Zwar ist der Gesuchte den Behörden namentlich bekannt, er ist aber seit der Brandnacht unauffindbar. Auch Thomalla macht sich deshalb große Sorgen. Bereits in der Brandnacht erhob er schwere Vorwürfe gegen den untergetauchten Nachbarn. So beschuldigte er ihn, fahrlässig mit brennbaren Materialien hantiert zu haben. Auch andere direkte Nachbarn in dem betroffenen Bereich warfen dem Mieter Olaf F. aus der Brandwohnung vor, dass dieser im Haus Holz hackte und auch größere Mengen direkt am Ofen lagerte. Außerdem soll er oft betrunken gewesen sein. Und er ging unvorsichtig mit glühender Asche um.

Auch der Alltag neben der Brandruine ist belastend. Damit bei dem derzeitigen Frost die Wasserleitungen nicht einfrieren, müssen die verbliebenen Mieter die Wasserhähne laufen lassen. Außerdem stinkt es auf dem Gelände Tag und Nacht nach Rauch und Ruß.

Der Schaden betrug 100.000 Euro

Wie die Polizei Haldensleben telefonisch mitteilte, geht die Suche nach dem mutmaßlichen Brandstifter weiter. Sollte er nicht bald gefunden werden, wird die Sache an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Diese entscheidet dann über die nächsten Schritte.

Allein der direkte Sachschaden am Gebäude betrug etwa 100.000 Euro. Um ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude zu verhindern, errichteten die Kameraden eine sogenannte Riegelstellung. Diese war unbedingt nötig, da es keine Brandschutzmauern in den historischen Häusern gab, so Gemeindewehrleiter Frank Alvermann. Die Riegelstellung, wird immer dann durch die Feuerwehr aufgebaut, wenn das Übergreifen eines Brandes auf einen anderen, noch nicht brennenden Bereich, unterbunden werden muß. Neben Hitzeausstrahlung und direkten Flammen mußten die Brandbekämpfer auch auf Funkenflug achten. Von allen Seiten rückte die Feuerwehr mit Wasser an. Dabei kam auch eine Drehleiter zum Einsatz. Zusätzlich wurden Brandnester unter den Dächern freigelegt und abgelöscht. Hierfür mussten die Kameraden unter Atemschutz Dachziegeln entfernen und auch in den Innenbereich eindringen. Keine leichte Aufgabe, da die Häuser in historischer Lehmbauweise errichtet wurden und so immer die Gefahr von einstürzenden Decken und Wänden bestand. Zum Glück wurde keiner der Einsatzkräfte verletzt.