Dessau-Roßlau l Im Fall des verstorbenen Asylbewerbers Oury Jalloh sind neue Details entdeckt worden, nach denen auch der ehemalige leitende Oberstaatsanwalt eine Vertuschungstat durch die Polizei für möglich hält. Oury Jalloh könnte verbrannt worden sein, um Verletzungen zu vertuschen und von anderen Fällen abzulenken.

Aus einem Aktenvermerk vom früheren Dessauer Oberstaatsanwalt Folker Bittmann im April 2017 geht demnach hervor, dass er ein Verbrechen für die wahrscheinlichste Todestheorie hält. So sollen die Dessauer Beamten den Asylbewerber angezündet haben, um zuvor zugefügte Verletzungen zu vertuschen. Außerdem sollten durch diese Tat von weiteren Ermittlungen zu früheren Todesfällen im Kreis der Polizei abgelenkt werden. Grund für die Entdeckung ist, dass der Landtag nun Einsicht in die Akten bekommen hat und Abgeordnete den Hinweis entdeckten.

Der Asylbewerber Oury Jalloh ist in einer Polizeizelle verbrannt. Bisher war die Ursache des Feuers umstritten und konnte auch nach mehr als 12 Jahren nicht eindeutig geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft Halle hatte die Ermittlungen im Oktober 2017 eingestellt.

Den Kommentar von unserem Redakteur Jens Schmidt zum Thema finden Sie hier.