Plätzchen, Weihnachtsmarkt, basteln mit Sohn oder Tochter, ein festliches Essen, Lieder - das ist der Knast in der Advents- und Weihnachtszeit. Oder besser gesagt: Das ist er auch. Denn Eingesperrtsein, vergitterte Fenster und straffe Regeln bleiben natürlich über die Feiertage.

Trotzdem werden viele sagen: Solche kleinen Weihnachtsfreuden stehen Strafgefangenen nicht zu. Wegsperren am besten mit einer Eisenkugel am Fuß in einer Dunkelzelle! Doch solcherart menschenunwürdige Behandlung hat noch nie die Rückfallquote gesenkt. Selbstreflektion in einer Zeit der Besinnlichkeit, den Kontakt zur Familie halten, ein Zipfelchen Normalität als Ausblick auf das, was nach der Verbüßung der Strafe das Leben ist, schon.

Natürlich kann mit noch so vielen Haft-Jahren der Schmerz der Opfer und ihrer Familien nicht gelindert werden. Aber unser Strafsystem ist darauf ausgerichtet, dass auch (die meisten) Täter eine zweite Chance bekommen. Und das ist gut so.