Halle l In den Wäldern Sachsen-Anhalts gibt es trotz der Sommerdürre eine Rekordernte beim Forstsaatgut. Vor allem Eicheln gebe es so viele wie seit Jahren nicht mehr, teilte das Landesverwaltungsamt in Halle mit. So seien von den relevanten Baumarten Stiel- und Traubeneiche in der aktuellen Ernteperiode 2018/2019 insgesamt knapp 46,5 Tonnen geerntet worden. Eine ähnlich gute Ernte liege mit 35,5 Tonnen fast zehn Jahre zurück. Grund für den sehr guten Ertrag sei vor allem, dass es in der Blütezeit Anfang Mai keine Nachtfröste gegeben habe.

Die Ernteperiode in ausgewählten Beständen dauere alljährlich von 1. Juli bis 30. Juni, wobei nicht jedes Jahr jede Baumart beerntet werde. Die aktuelle Statistik weist Ende 2018 insgesamt 55,8 Tonnen Rohsaatgut verschiedenster Baumarten aus. Eicheln würden witterungsabhängig von Ende September bis Ende Oktober geerntet. Ein Kilo Saatgut enthalte laut Landeszentrum Wald bis zu 350 Früchte der Traubeneiche und rund 250 Eicheln der Stieleiche. Aus einem Kilo Saatgut können etwa 100 Pflanzen gezogen werden. 

Auch bei Vogelkirsche (0,58 Tonnen), Robinie (0,76) und Weißtanne (1,02) sehe es im Vergleich zu den Vorjahren sehr gut aus. Bei Lärche und Kiefer laufe die Ernte noch, hieß es. Besonders sei, dass zum ersten Mal seit langem Esskastanien geerntet wurden – ganze 97 Kilo. Das Rohsaatgut werde per Hand, mithilfe von Netzen oder Maschinen geerntet.

Die Saat bilde die Grundlage für die Waldverjüngung oder den Waldumbau. Aus 100 Kilo Kiefernzapfen können etwa 1,5 Kilo Reinsamen gewonnen werden. Aus einem Kilo könne eine Baumschule bis zu 70 000 Pflanzen ziehen, mit denen rund fünf Hektar Waldfläche aufgeforstet werden können.