Magdeburg (dpa) l In Cafés, im Zug oder im Hotel loggen sich viele Menschen schon wie selbstverständlich ins kostenlose WLAN ein, jetzt soll es mit Landeshilfe auch mehr Angebote in Sachsen-Anhalts Städten und Gemeinden geben. Seit Donnerstag können Kommunen, Tourismusverbände oder Kultureinrichtungen finanzielle Unterstützung beantragen, um eigene Gratis-Zugänge zum schnellen mobilen Internet aufzubauen. Die Hotspots sollen vorzugsweise in Museen, auf Marktplätzen, in Bibliotheken und anderen wichtigen touristischen Orten entstehen, wie Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Wünsch in Magdeburg sagte. "Im Alleingang können unsere Kommunen das öffentliche und kostenlose WLAN aber kaum finanzieren." Erste Interessenten hätten sich bereits gemeldet, sagte Wünsch.

Pro Projekt gibt es maximal 100.000 Euro. Insgesamt seien zwei Millionen Euro im Topf. Die Bedingungen: Maximal vier Fünftel der Kosten können vom Land übernommen werden, Geld gibt es für die Anschaffung der Technik und alles, was für den Start der Angebote nötig ist. Der Betrieb müsse aus eigenen Mitteln finanziert werden. Das Ministerium werde prüfen, ob die Zugänge über Geschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde verfügen und mindestens fünf Jahre angeboten werden. Auch Freifunkinitiativen können sich vom Land unterstützen lassen. Dafür stehen laut Wünsch noch einmal 100.000 Euro zusätzlich zur Verfügung.

Die Förderung sollte eigentlich bereits im April starten. Das Ministerium habe Erfahrungen mit ersten unterstützten Netzen sammeln wollen, um jetzt besser und gezielter beraten zu können, begründete Wünsch. Dass der Bundesrat am Freitag über die Abschaffung der sogenannten Störerhaftung entscheidet, sei ein Zufall. "Wir sind aber froh und dankbar, dass klar geregelt ist, dass Anbieter künftig nicht mehr für Rechtsverstöße von Nutzern haften."

Erste Erfahrungen mit dem öffentlichen WLAN-Ausbau macht das Ministerium allerdings bereits seit Mai. Für das 500. Reformationsjubiläum bekamen Städte mit Bezug zum Reformator Martin Luther, wie Wittenberg, Eisleben, Mansfeld oder Allstedt bereits die Surf-Zugänge. "Das Luther-WLAN funktioniert stabil und wird im Schnitt monatlich von rund 15.000 Menschen genutzt", sagte Wünsch.

Rund 820.000 Euro steckte das Land in den Aufbau der Netze. Das Netz laufe stabil, es gebe keine Beschwerden über größere Probleme, hieß es. Auch die Stadtverwaltung in Wittenberg ist mit dem neuen Angebot "sehr zufrieden", wie eine Stadtsprecherin sagte.