Magdeburg l Unruhe in der Landes-SPD: Oliver Lindner (42, Jerichower Land) hat am Dienstag sein sofortiges Ausscheiden aus dem Landesvorstand erklärt. Auf einer internen Plattform begründete er das mit „Enttäuschung und Frustration über den Zustand unserer Partei im Land und vor allem über meine mangelnden Möglichkeiten im Landesvorstand.“ Konkreter wollte Lindner, der 2016 Landtagskandidat der SPD war, nicht werden. „Ich möchte das parteiintern besprechen, sagte er der Volksstimme.

In der Vergangenheit hat Lindner in Blogs auch die eigene Partei kritisiert. „Die SPD hat keine wirklichen Ideen im Köcher, die sie radikal von der Union trennen würden“, schrieb er zuletzt. Der SPD fehle die Vision, „die Lust auf ein Morgen macht". Ein ernsthafter langfristiger Orientierungsprozess in der SPD sei in den vergangenen Jahren „sträflich vernachlässigt“ worden.

SPD-Landeschef Burkhard Lischka sagte, Lindner habe in den vergangenen Monaten nicht mehr an Landesvorstandssitzungen teilgenommen. Dies habe nachvollziehbare persönliche Gründe. Lischka: „Nicht nachvollziehbar wäre für mich, wenn versucht wird, daraus die Legende zu stricken, es gebe keine Möglichkeit des Mitwirkens im Landesverband.“ Im Gegenteil: „Nach der Landtagswahl ist die SPD endlich wieder auf dem Weg zu einer Mitmach-Partei.“