Magdeburg (dpa) l In keinem anderen Bundesland scheitern Fahrschüler so häufig an der theoretischen Führerscheinprüfung wie in Sachsen-Anhalt. Im Jahr 2017 lag die Durchfallquote bei der Theorie im Land bei 44,8 Prozent, wie aus neuen Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) hervorgeht. Das ist bundesweit der höchste Wert. Der Durchschnitt lag in Deutschland für alle Führerscheinklassen bei 36,8 Prozent. 2016 waren noch 43,5 Prozent der Fahrschüler in Sachsen-Anhalt im theoretischen Teil durchgerasselt.

Bei der praktischen Prüfung lag die Durchfallquote den Angaben zufolge 2017 bei 36,4 Prozent (2016: 34,9 Prozent). Auch hier lagen die Sachsen-Anhalter deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 28,1 Prozent.

Der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, Gerhard von Bressensdorf, führt die höheren Durchfallquoten in erster Linie auf den größeren Anteil nicht deutschsprachiger Bewerber zurück. Ihnen falle die Theorieprüfung schwer, zudem seien sie mit einer anderen Verkehrskultur aufgewachsen und brauchten oft drei bis fünf Anläufe, bis sie bestünden, sagte Bressensdorf. In der Praxisprüfung gebe es durch den zunehmenden Verkehr immer mehr Fehlerquellen für Prüflinge.

Insgesamt wurden 2017 in Sachsen-Anhalt mehr Führerscheinprüfungen durchgeführt als im Vorjahr. Es gab 44.906 theoretische und 38.928 praktische Prüfungen. Bei den meisten Prüfungen, etwa für den Autoführerschein, gibt es zwei Teile, die beide bestanden werden müssen.