Magdeburg (dpa) l Nach der Entscheidung des Bundestags, das Mindestalter für den Mopedführerschein dauerhaft von derzeit 16 Jahren auf 15 zu senken, strebt Sachsen-Anhalt nach Ende seines Modellversuchs im nächsten Frühjahr einen "nahtlosen Übergang" an. "Es sind natürlich einige Formalien zu beachten", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Magdeburg. So beabsichtige der Bund eine sogenannte Ermächtigungsgrundlage im Straßenverkehrsgesetz. "Sobald diese verkündet ist, werden wir das Verordnungsverfahren einleiten." Erst müsse sich noch der Bundesrat damit befassen. Am 13. November komme der Verkehrsausschuss zu einer Sitzung zusammen, hieß es.

Ob die am 25. Oktober durch den Bundestag gebilligte Option für den Mopedführerschein mit 15 tatsächlich genutzt wird, muss jedes Bundesland für sich entscheiden. In Sachsen-Anhalt läuft seit 2013 ein Pilotprojekt, dass Ende April 2020 ausläuft. Auch Sachsen und Thüringen sind seitdem dabei, 2017 kamen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg dazu. Dass bereits 15-Jährige Moped fahren dürfen, soll vor allem deren Mobilität und Flexibilität auf dem Land erhöhen. Laut Ministerium haben sich seit Beginn des "AM15"-Modellprojekts mehr als 7100 Jugendliche zur Prüfung angemeldet. Konstant rund 80 Prozent würden bestehen, hieß es.

Mopeds sind leichte Kleinkrafträder, die maximal 45 Kilometer pro Stunde schnell sind. Um sie fahren zu dürfen, braucht man einen Führerschein der Klasse AM. Ende vergangenen Jahres hatten sich die Landesverkehrsminister darauf geeinigt, dass jedes Bundesland selbst festlegen soll, ob es das Mindestalter auf 15 Jahre senkt.