Harzkreis

Fünf Strafanzeigen nach neonazistischem Konzert

Nienhagen (dpa). Rund 1000 Rechtsextreme aus ganz Deutschland sowie Großbritannien, Tschechien und den Niederlanden sind nach Polizeiangaben in der Nacht zum Sonntag zu einem gerichtlich zugelassenen Neonazi-Konzert in Nienhagen zusammengekommen. Die Veranstaltung in der Nähe von Halberstadt sei von 500 Polizisten abgeschirmt worden. Nach Angaben der Polizei wurden fünf Strafanzeigen erstattet, unter anderem weil der "Hitlergruß" gezeigt wurde und ein Teilnehmer eine Tätowierung mit Nazi-Symbolen offen zur Schau stellte. Vor Beginn des Konzerts wurden 345 Rechtsextreme kontrolliert. Ein Neonazi erhielt einen Platzverweis.

Die Ordnungsbehörde hatte das Konzert zunächst verboten. Das Verwaltungsgericht Magdeburg hob diese Verfügung später auf. Kritik am Richterspruch kam von den Grünen und dem Verein "Miteinander"."Sowohl die angekündigten Bands als auch die Veranstalter lassen keinen Zweifel daran, dass es sich hier um ein Konzertereignis von und für Neonazis handelt", sagte Vereinschef Pascal Begrich. "Ein Konzert dieser Dimension hat es in Sachsen-Anhalt seit langem nicht mehr gegeben."