Magdeburg (dpa) l Nach dem Nachweis gesundheitsgefährdender Fasern in der Luft im Gebäude des Landeskriminalamts (LKA) wurde eine eilige Sanierung versprochen, doch der Umbau verzögert sich erneut. Zudem wird das Projekt deutlich teurer als ursprünglich geplant, wie das Finanzministerium auf Nachfrage mitteilte. Als die zeitnahe Sanierung im Sommer 2017 beschlossen wurde, gingen Experten von zwei Millionen Euro aus – und einem Baustart zum Jahresende. Inzwischen werden die Kosten mit rund sieben Millionen Euro beziffert. Wenn ab jetzt alles nach Plan läuft, könnte die Magdeburger LKA-Zentrale im Jahr 2021 saniert sein.

Die Gefahr kommt aus den Deckenplatten des Gebäudes. Darin sind Mineralfasern enthalten, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Mehrere der mehr als 300 Mitarbeiter klagten nach Angaben des LKA-Personalrats über Atemwegsbeschwerden. Daraufhin wurden mehrere Gutachten eingeholt. Diese wiesen die Mineralfasern in der Luft nach - allerdings nicht in so hoher Konzentration, dass die Gutachter ein sofortiges Räumen des Gebäudes in der Lübecker Straße anordneten. Sie empfahlen jedoch eine baldige Sanierung.

Dafür sollen die Gänge schrittweise für die Bauarbeiten leergezogen werden. Ein Großteil der Beschäftigten soll innerhalb des Hauses umziehen, doch auch ein Ausweichquartier wird gebraucht. Dafür wurde die ehemalige Schifferschule in Schönebeck auserkoren, die ebenfalls für die Nutzung erst umgebaut werden muss.

Anfang dieses Jahres hieß es, die nötigen Arbeiten in Schönebeck sollen Ende September abgeschlossen sein. Doch jetzt meldet das zuständige Bau- und Liegenschaftsmanagement des Landes: Erst im November könnte der Umbau beginnen. Er soll acht Monate dauern. Erst wenn die Schifferschule bezugsfertig ist, kann die eigentliche LKA-Sanierung beginnen.

Als Sofortmaßnahme seien die Schadstellen an der Decke durch Abkleben provisorisch bereits beseitigt worden, versicherte das Finanzministerium zuletzt. Auch die Steckdosen im Haus würden durch staubdichte Varianten ersetzt. Am gesamten Sanierungskonzept werde weiter gefeilt, teilte das Finanzministerium weiter mit. Neben einem Ausbau der betroffenen Deckenplatten sei parallel auch geplant, neue Elektroleitungen und ein neues Datennetz zu verlegen.