Magdeburg (dpa) l 80 Jahre nach den Pogromen der Nazis gegen Juden in Deutschland wird in ganz Sachsen-Anhalt bei Gedenkveranstaltungen der Opfer gedacht. Eine zentrale Gedenkfeier findet am Freitag (17.00 Uhr) im Landtag in Magdeburg statt. Dabei wird auch eine Ausstellung zur Justiz im Nationalsozialismus eröffnet. Die Gedenkrede hält der Jurist und Rechtshistoriker Ingo Müller aus Berlin, der als einer der renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der Sondergerichte der NS-Diktatur gilt.

In zahlreichen Städten wird bei Gedenkveranstaltungen an die Opfer der Pogromnacht erinnert, darunter Halle, Dessau-Roßlau, Wernigerode, Weißenfels und Wittenberg. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 verwüsteten Nationalsozialisten etwa 7500 jüdische Geschäfte und Einrichtungen in Deutschland.

Ein Großteil der rund 1200 Synagogen und Gebetshäuser wurde in Brand gesteckt. Historiker gehen davon aus, dass mehr als 1300 Menschen in Folge des Pogroms ums Leben kamen. Mehr als 30 000 Juden wurden in Konzentrationslager verschleppt. Der planmäßigen Zerstörung jüdischer Einrichtungen folgte bald die systematische Vernichtung jüdischen Lebens in Europa.