Benndorf l Der Prozess sorgte deutschlandweit für Aufsehen: Eine Mutter hatte im April 2018 gestanden, ihre Neugeborenen 2004 und 2008 in Plastiktüten versteckt und im Tiefkühlschrank in ihrer Wohnung aufbewahrt zu haben. Nach einem Hinweis waren sie dort Anfang 2018 gefunden worden. Dafür wurde die 46-Jährige im April 2018 vor dem Landgericht Halle wegen Totschlags in zwei Fällen zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der Bundesgerichtshof hat das Urteil gegen die Mutter nun aufgehoben. Die Revision der Angeklagten hatte damit Erfolg. In dem veröffentlichten Beschluss werden Rechtsfehler bei der Strafzumessung der Landgerichts Halle gesehen. Das Landgericht Halle hatte der Mutter zu Lasten gelegt, dass es Alternativen zur Tat gegeben hätte. Diesen Umstand hatten die Richter als Begründung für ein strafverschärfendes Urteil genannt. In dem Beschluss vom Bundesgerichtshof wird diesen Strafzumessungserwägungen mit "rechtlichen Bedenken" begegnet. Der BGH sah das verhängte Strafmaß als zu hoch an.

Nun muss an einer anderen Strafkammer des Landgerichts der Fall neu verhandelt und entschieden werden.