Magdeburg/Wernigerode l Ein 23-jähriger Asylbewerber aus Mali muss sich seit Dienstag am Magdeburger Landgericht wegen versuchten Mordes an einem 19-Jährigen aus Guinea-Bissau verantworten. Er soll aus Eifersucht am 15. Oktober vergangenen Jahres auf den neuen Freund einer 23-jährigen Frau in einer Drei-Zimmer-Wohnung in Wernigerode zunächst mehrfach mit einem Küchenmesser eingestochen und ihn aus einem Fenster im zweiten Obergeschoss gedrängt haben. Auf der Wiese liegend habe der Angeklagte weiter auf den Hals des Opfers eingestochen.

Nur durch den schnellen Einsatz der Rettungskräfte und einer Notoperation im Uniklinikum Leipzig konnte das Leben des 19-jährigen gerettet werden.

Oberstaatsanwältin Eva Vogel spricht in ihrer Anklage von Heimtücke und niedrigen Beweggründen. Der Angeklagte schweigt indes beim Prozess­auftakt zu den Vorwürfen.

Der 23-jährige Mousa M. lebte zur Tatzeit in der Nähe von München und wollte bei seiner ehemaligen Freundin noch ein paar Sachen abholen. Zu diesem Zeitpunkt war die ebenfalls aus Afrika stammende Frau bereits mit dem späteren Opfer etwa zwei Wochen lang liiert. Beim Abholen der Sachen an jenem Tag soll die Tat so abgelaufen sein: Zunächst hatten alle drei im Wohnzimmer ein Glas Wasser getrunken und sich belanglos unterhalten. Das spätere Opfer wollte sich dann umziehen und ging dafür zum Schlafzimmer. Mousa M. suchte zum Händewaschen die Toilette auf, um sich angeblich auf sein Gebet vorzubereiten.

Stattdessen nahm er aber aus der Küche ein Messer mit gezahnter Klinge und rammte dieses dem Opfer in den Rücken. Als sich der 19-Jährige umdrehte, habe der Angreifer ihm in den Hals gestochen. Das Opfer taumelte zunächst zur Tür, konnte diese aber nicht öffnen, lief dann zum geöffneten Fenster, kletterte hinaus, hielt sich am Sims fest. Der Angeklagte soll dabei weiter auf ihn eingestochen haben. Der 19-Jährige stürzte daraufhin acht Meter tief auf eine Wiese. Der Angeklagte lief über das Treppenhaus hinunter und versetzte dem Schwerverletzten weitere Stiche. Die kurze Zeit später alarmierte Polizei konnte den Angreifer festnehmen.

Im Fall einer Verurteilung droht dem 23-Jährigen eine Haftstrafe zwischen drei und 15 Jahren. Der Prozess wird am 17. April fortgesetzt.