Dessau-Roßlau (dpa) l Sachsen-Anhalt hat eine Erkältungswelle erfasst. "Oktober und November sind typische Zeiten für Erkältungen", sagte die Sprecherin des Robert Koch-Instituts, Susanne Glasmacher, in Berlin. Innerhalb von vier Wochen leide zu dieser Zeit in der Regel jeder Vierte an einer akuten Atemwegserkrankung. "Das ist für die Jahreszeit absolut normal", so Glasmacher. Die wenigsten strecke eine Grippe nieder. Vielmehr seien Erkältungen mit Schnupfen, Husten und Kopfschmerzen im Umlauf.

Das bestätigte auch das Landesamt für Verbraucherschutz in Sachsen-Anhalt. Aktuell würden keine Grippe-Fälle im Land vorliegen, sagte Sprecherin Peggy Wießner in Dessau-Roßlau. Auch in der vergangenen Woche wurden keine Grippe-Erkrankten gemeldet. Das Landesamt veröffentlicht wöchentlich auf seiner Internetseite die Zahl der Neuerkrankungen.

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Die Anzeichen für Grippe und Erkältungen seien teilweise ähnlich, sagte Glasmacher. Deshalb komme es hin und wieder zu Verwechslungen. Eine Erkältung beginne jedoch eher schleichend mit Schnupfen oder Halsschmerzen. Eine echte Grippe hingegen komme abrupt. Oft hätten die Betroffenen zudem starke Gliederschmerzen, hohes Fieber und fühlten sich enorm abgeschlagen.

Um sich nicht mit den Erkältungserregern anzustecken, sei Abstand zu Erkrankten wichtig, so Glasmacher. Denn Erkältungen würden über Tröpfchen übertragen. Betroffene sollten zudem lieber in ihre Armbeuge niesen, als in die Hand. Außerdem ist regelmäßiges Händewaschen ratsam.

Mit einer Grippe-Welle rechnen die Experten erst ab Januar. "Im Februar erreicht sie typischerweise ihren Höhepunkt", sagte Glasmacher. Nach Angaben des Landesapothekerverbands ist in Sachsen-Anhalt nicht mit Engpässen beim Grippe-Impfstoff – wie in manch anderen Bundesländern – zu rechnen. Die Ärzte seien frühzeitig aufgefordert worden, ihre Bestellungen abzugeben, sagte Verbandsgeschäftsführer Matthias Clasen. Alle Ärzte seien entsprechend ihrer Bestellungen beliefert worden. Allerdings sei die Nachfrage nach einer Grippeimpfung in diesem Jahr besonders hoch. Es sei deshalb möglich, dass der Impfstoff im Verlauf der Grippesaison auch in Sachsen-Anhalt knapper werde.