Magdeburg l Rund 5000 Läufer wollen am Donnerstagabend am Firmenstaffellauf im Magdeburger Elbauenpark teilnehmen. Bei Veranstaltern und Teilnehmern herrscht Vorfreude. Glück für die Veranstalter: Die Temperaturen sollen nur am Donnerstag laut Deutschem Wetterdienst auf 25 Grad fallen, zum Start am Abend vielleicht sogar darunter.

Hätte die Extremhitze der vergangenen Tage angedauert, hätten bei einem Start gesundheitliche Risiken bestanden, sagte Rüdiger Braun-Dullaeus, Chefkardiologe der Magdeburger Uniklinik der Volksstimme.

Bei Temperaturen oberhalb 30 Grad sollten Läufer sich genau überlegen, ob sie antreten, so der Mediziner. "Die Kombination aus hohen Temperaturen und Gruppendynamik kann sogar tödlich enden." Gerade junge Männer, die beim Laufen dazu neigten, sich zu beweisen und keinesfalls aufzugeben, seien gefährdet. Hinzu komme: Viele der Teilnehmer seien untrainiert.

2017 starb ein Läufer

Der Chefarzt erinnerte an einen Fall aus dem Jahr 2017. Damals war ein 28-Jähriger während des Firmenstaffellaufs bei Tagestemperaturen von 28 Grad Celsius kollabiert und später im Krankenhaus verstorben - Grund: Überhitzung. Erst vergangene Woche sei ein 44-jähriger Arbeiter in der Tageshitze durch einen Hitzeschock zu Tode gekommen. "Wir konnten nichts mehr für ihn tun", sagte der Mediziner.

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Braun-Dullaeus hat sich schriftlich an die Veranstalter des Staffellaufs gewandt und diese gebeten, den Lauf nicht auszurichten, sollten die Temperaturen doch oberhalb der 30 Grad-Marke liegen. Außerdem sollten die Organisatoren den Lauf künftig generell besser im Frühling oder Herbst stattfinden lassen, riet der Mediziner.

Verunsicherten Teilnehmern rät Braun-Dullaeus, die Gesundheit voranzustellen: "Wenn ich mich nicht gut fühle, sollte ich nicht laufen. Das Team geht nicht vor Gesundheit", sagte er.