Magdeburg l Weihnachten dauert stets länger als nur drei Tage im Dezember. Schon Wochen vor dem eigentlichen Fest wird die Vorfreude geschürt, sei es durch Dekoration an allen Ecken, Anpassung der Ladenangebote oder die jährlich immer wiederkehrenden Weihnachtsmärkte.

Von letzteren gibt es auch in diesem Jahr viele Dutzend, verteilt über ganz Sachsen-Anhalt. Die Volksstimme liefert einen Überblick über die verschiedenen Märkte, deren Saison Ende November beginnt und bis kurz vor dem Weihnachtsfest dauert - oder in manchen Fällen sogar darüber hinaus.

Das klassische Programm wie Imbissstände, Spielbuden, Weihnachtsmusik und Glühweinhähnen im Dauerbetrieb wird den wenigsten Märkten fehlen. Darüber hinaus zeichnen sich viele Orte durch Alleinstellungsmerkmale aus, die man im Rest des Bundeslands selten oder gar nicht antrifft.

Weihnachten auch unter Tage

So lädt Gnadau am 30. November zu seinem jährlichen Reitturnier ein. Die Woche darauf, am 7. Dezember, baut sich Seehausen seinen Markt rund um Bratäpfel auf, mit einem darauf ausgelegten Ofen und Apfelpunsch.

Sieben Tage später bietet das Erlebniszentrum Bergbau in Wettelrode ein Programm in einer sehr ungewohnten Umgebung. Dort findet die "Bergmännische Weihnacht" am 14. Dezember nämlich unter Tage, in 300 Meter Tiefe, statt.

Noch am selben Wochenende bieten sowohl Bernburg als auch Werben ein besonderes historisches Ambiente. In Bernburg wird an der Hochschule die Klosterweihnacht mit internationalen Weihnachtsriten gefeiert. Werbens Biedermeier-Christmarkt gestaltet sich nach einem Vorbild von vor 200 Jahren, mit Kostümen aus dem frühen 19. Jahrhundert und einer Beleuchtung, die größtenteils ohne Strom auskommt.

Laut Tradition öffnen die Weihnachtsmärkte erst nach dem Totensonntag (24. November in diesem Jahr). Manche deutsche Städte legen aber wegen Besuchernachfragen schon vorher los.

In Sachsen-Anhalt halten sich die meisten Märkte an die Vorgabe, nur der kleinste Weihnachtsmarkt in Halle fällt aus dem Rahmen. Vielleicht wurde hier einfach darauf gesetzt, mit dem geringeren Umfang nicht so aufzufallen. In den vergleichsweise kleinen Hinterhof passt aber dennoch eine weite Auswahl aus internationaler Küche und verschiedensten Getränken.

Halles Hauptmarkt setzte dafür den ersten Saison-Tag aus und begann erst am 26. November. Hier gibt es unter anderem das Finnische Dorf, den Märchenwald und eine begehbare Weihnachtskrippe. Am 6. Dezember findet außerdem das Finnische Fest der Partnerstadt Oulo statt, die dort kulinarisch und folklorisch vertreten ist.

Viele andere Märkte öffneten schon am erstmöglichen Termin ihre Pforten - am 25. November. Dazu gehört Wernigerode mit seiner Kindereisenbahn und Naumburg, das sich mit der Stollenszene weiter als Stadt mit der ersten schriftlichen Erwähnung des Weihnachtsgebäcks auszeichnet.

Magdeburg bietet neben bekannten Attraktionen wie dem Riesenrad und der Lichterwelt in diesem Jahr auch eine ganz besondere Neuerung: Einen "Escape Room". Bei diesem Rätselspiel mit dem Motto "Christmas Dinner" müssen zwei bis vier Teilnehmer Puzzles lösen, um sich aus dem Container zu befreien.

Auch in Wittenberg herrscht seit dem 25. November Weihnachtsrummel. Neben dem Dauermarkt gibt es hier noch zwei Wochenendmärkte. Der erste davon, der "Markt der schönen Dinge", geht heute los: Künstler aus der Umgebung und von außerhalb bieten auf dem Kunst- und Cranichhof ihre Waren an. Am Wochenende des zweiten Advents folgt der Markt der Vereine mit Tanzgruppen und einem Puppentheater.

Zum Start des ersten Adventswochenendes beginnt die nächste Welle an Dauermärkten, darunter der Bernburger Heele-Christ-Markt inklusive Samba-Bahn, Salzwedel mit Schlittschuhlauf sowie Wernigerode mit Live-Musik und einer Kindereisenbahn.

Jedes Wochenende ein neues Programm

Die kleineren Orte im Bundesland belassen es bei einem Wochenende: Dazu gehört Gardelegen mit seinem Advent in den Gärten, das die Stimmung mit Feuerwerk und Partyband lockert. Morgen, am 30. November, steigt zudem die weihnachtliche Travestie Show "Jingle Balls".

Osterburg macht ebenfalls heute, am 29. November, auf, bietet unter anderem das Weihnachtspostamt und eine Weihnachtsausstellung im Museum. Der Ruprechtmarkt in Ilberstedt geht am morgigen Sonnabend los, hier gibt es eine Kinderschmiede und eine Verlosung via Schätzfrage. Kalbe und Klötze laden jeweils am 1. Dezember zu märchenhaften Weihnachtsmärkten ein.

Das Zweite Adventswochenende gehört Schönebeck, das zum Nachtwächter-Rundgang einlädt; Tangermünde mit den offenen Höfen und Oschersleben mit der Glühweinmeile. Zum Dritten Advent gibt es in Stendal wieder eine Eisbahn und einen Töpfermarkt, während in Köthen die Riesenstolle angeschnitten wird.

Am vierten Adventswochenende, kurz vor dem Weihnachtsfest, lädt Querfurt auf seine Burg ein, in deren Museum es auch eine Sonderausstellung gibt.

Zum Abschluss ein kleiner Glühweinpreisindex:

Die Preisangaben stammen von den Pressestellen oder Websites der aufgeführten Städte und sind jeweils mit und ohne Alkohol aufgeführt. Es handelt sich um Durchschnittswerte, die tatsächlichen Preise können von Stand zu Stand variieren. Pfand ist nicht inbegriffen.

Oschersleben:

2 - 3 Euro
3 - 4 Euro

Bernburg:
2,50 Euro
3, 50 Euro

Stendal:
2,50 - 3 Euro
3 - 3,50 Euro

Halle, Osterburg:
ab 3 Euro

Gardelegen:
3 Euro
3,50 Euro

Halberstadt:
3 Euro
4 Euro

Magdeburg:
3 Euro
4 Euro

Merseburg:
3 - 4,50 Euro
4 - 6 Euro