Grimm-Benne verteidigt Ganztagesanspruch für Kita-Kinder
Magdeburg (dpa/sa) - In einer Landtagsdebatte über Kinderarmut in Sachsen-Anhalt hat Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) vor einer Abkehr vom Anspruch auf Ganztagesbetreuung für alle Kinder gewarnt. "Wir haben ein Gesetz, das allen Kindern den gleichen Rechtsanspruch gibt. Das ist wichtig. Da darf es keinen Rückschritt geben", sagte die Ministerin am Donnerstag in Magdeburg. Das würde nur die Kinder treffen. Grimm-Benne reagierte damit auf die Debatte über die Novellierung des Kinderförderungsgesetzes. Der Koalitionspartner CDU hatte angekündigt, er wolle künftig eine Differenzierung beim Betreuungsanspruch für Kinder erwerbstätiger und nicht erwerbstätiger Eltern.
Die Linke hatte eine Große Anfrage an die Regierung zum Thema Kinderarmut gestellt. Zu den Ergebnissen gehört, dass im Jahr 2015 in Sachsen-Anhalt rund 82 000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren als armutsgefährdet galten, das waren 27,2 Prozent. Besonders groß ist das Armutsrisiko demnach bei Alleinerziehenden und deren Kindern - hier ist fast jeder zweite Haushalt betroffen. Grimm-Benne betonte, die Landesregierung tue schon viel, um das Armutsrisiko von Kindern zu verringern. Es gebe aber noch Handlungsbedarf. Sie halte beispielsweise eine Erhöhung der Schulbedarfspauschale wegen der steigenden Kosten für den persönlichen Schulbedarf für richtig, sagte die Ministerin.
Große Anfrage der Linken zum Thema Kinderarmut
Antwort der Landesregierung auf die Große Anfrage zur Kinderarmut