Geschichte

Halle-Attentat jährt sich erneut: „Narbe“ in der Stadt

Von dpa 06.10.2021, 13:57 • Aktualisiert: 07.10.2021, 22:53

Halle - Kurz vor dem zweiten Jahrestag des Halle-Attentats hat Bürgermeister Egbert Geier (SPD) den Anschlag als einen der „schwärzesten Tage“ der Stadtgeschichte bezeichnet. Der Vorfall habe eine tiefe Wunde gerissen, sagte Geier am Mittwoch. „Aber es ist eine Narbe, die wir nicht verstecken.“ Der Vorfall bewege nicht nur die Menschen in der Stadt, sondern noch immer einen Großteil der deutschen Gesellschaft. Zu den Einheitsfeierlichkeiten rund um das vergangene Wochenende seien immer wieder Besucher auf ihn zugekommen, um die Stätten des Anschlags zu besichtigen, sagte Geier.

Diese „Narben“ seien durch Monumente physisch an der Synagoge und dem Kiezdöner - den Orten, an denen die beiden Opfer starben - sichtbar, ergänzte die Beigeordnete für Kultur und Sport, Judith Marquardt. Immateriell äußere sich die gesteigerte Sensibilität in einer regen Zivilgesellschaft. „Wir erleben immer wieder starke Empörung über Rechtsextremismus und aktives Gedenken“, führte Marquardt weiter aus.

Am Samstag, den 9. Oktober, findet der zweite Jahrestag des Anschlages statt. Zum Zeitpunkt des Anschlages um 12.04 Uhr sollen unter anderem in der Marktkirche und im Roten Turm die Glocken läuten. Etwas später kommen unter anderem Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Landtagsvizepräsidentin Anne-Marie Keding (CDU) zu einer Gedenkveranstaltung. Danach soll vor dem Kiezdöner ein Kranz niedergelegt werden.

Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwerbewaffneter Terrorist versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur in die Synagoge von Halle einzudringen und ein Massaker anzurichten. Er gelangte jedoch nicht in das Gotteshaus, erschoss dann die 40-jährige Passantin Jana L. und später in einem Döner-Imbiss den 20-Jährigen Kevin S.. Auf der Flucht verletzte er weitere Menschen und lieferte sich einen Schusswechsel mit der Polizei, bevor er festgenommen wurde.