Magdeburg (dpa/wo) l Mehr als 60.000 vermeintliche Funklöcher sind seit 12. September beim sogenannten Funklochfinder gemeldet worden. Darüber informierten Ulrich Thomas, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, und der CDU-Fraktionsvorsitzende Siegfried Borgwardt am Freitag auf einer Pressekonferenz. Die CDU-Landtagsfraktion hatte die Aktion initiiert. Auf der Internetseite oder per App kann man auf die Lücken im Handynetz hinweisen. Die meisten Funklöcher wurden dabei in überraschender Weise in Magdeburg registriert. Aber auch in Städten wie Stendal, Wernigerode und Halberstadt ist es laut der Daten der Webseite um den Empfang nicht gut bestellt.

Weitere tiefe Empfangstäler befinden sich im nördlichen Sachsen-Anhalt in Landkreis Börde und im Altmarkkreis Salzwedel. Östlich der Elbe tun sich im Jerichower Land größere Lücken auf. Die hohe Zahl an Meldungen in der Landeshauptstadt begründete Ulrich Thomas mit der hohen Bevölkerungsdichte in dem Ballungsgebiet. "In Magdeburg gibt es sicherlich viel mehr Smartphone-Nutzer als auf dem Land", so Ulrich Thomas.

Seine Fraktion werde auf jeden Fall weiter versuchen, den Ausbau des Mobilfunknetzes zu beschleunigen. "Der jetzige Ausbaustand ist weit entfernt von den Anforderungen an eine moderne Industrie- und Kommunikationsgesellschaft", erklärte Siegfried Borgwardt. Noch immer verfügten 28 000 Haushalte und rund 50 000 Einwohner in Sachsen-Anhalt über schlechten oder überhaupt keinen Mobilfunkempfang. Das sei nicht akzeptabel.

Für den digitalen Ausbau braucht es aus Sicht der CDU-Fraktion ein Gesetz, dass die Planungen beschleunigt. Derzeit könne es ein bis zwei Jahre dauern, bis ein neuer Funkmast genehmigt sei. Als kurzfristige Lösung dringt die Fraktion zudem auf sogenanntes nationales Roaming. Mobilfunkanbieter müssten ihre Netze dann für Mitbewerber öffnen.

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