Harzgerode (dpa) l Aus drei Wochen werden sechs: Im Kampf gegen den Borkenkäfer im Harz hilft die Bundeswehr länger als geplant. Der Einsatz werde bis Ende Oktober verlängert, sagte der Sprecher des Landeskommandos, Thomas Poloczek, der Deutschen Presse-Agentur. Eigentlich wäre er am Freitag ausgelaufen. Das Land habe einen Antrag auf Verlängerung gestellt und die Bundeswehr habe dem stattgegeben. Damit werden die gut 65 Soldaten drei weitere Wochen im Harz unterwegs sein. Konkret geht es um Gebiete in Harzgerode, Wernigerode und Ilsenburg, die allesamt den Kommunen gehören, so Poloczek.

Die Soldaten sind bereits seit dem 23. September in Fichtenwäldern im östlichen Harz unterwegs. Dort unterstützen sie Forstexperten dabei, vom Borkenkäfer befallene Bäume zu finden und sie nach dem Fällen von Ästen und Rinde zu befallen und zu zersägen. Die Fichtenwälder im Harz sind nach mehreren Stürmen und zwei Jahren anhaltender Trockenheit besonders stark vom Borkenkäfer befallen. Deswegen gibt es viel Arbeit für die Forstleute, um möglichst alle befallenen Bäume bis zum Frühjahr aus dem Wald zu schaffen. Gelingt das nicht, droht im nächsten Jahr die nächste Borkenkäferplage.

Während das Land im eigenen Wald auch auf die 260 eigenen Forstmitarbeiter setzt, soll die Bundeswehr kommunalen und privaten Waldbesitzern bei der Aufräumarbeit helfen. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte ein entsprechendes Unterstützungsangebot der Bundesregierung angenommen.

Niedersachsen schlug das Hilfsangebot der Bundesregierung aus und will die Plage aus eigener Kraft und mit forstwirtschaftlichen Lohnunternehmern eindämmen. Die Bekämpfung erfordere Sachkunde, die Soldaten nicht mitbrächten, hieß es vor wenigen Tagen aus dem Agrarministerium in Hannover.

In Sachsen-Anhalt war ursprünglich geplant, dass die Bundeswehr im Harz, in Anhalt-Bitterfeld und in der Annaburger Heide hilft – und zwar sowohl kommunalen als auch privaten Waldbesitzern. Bisher konzentrierten sich die Soldaten jedoch auf den Kommunalwald im besonders geschädigten Harz, sagte Poloczek. "Da bleiben wir auch, weil es wenig Sinn macht, woanders neu anzufangen." Die meiste Arbeit hätten die rund 65 Soldatinnen und Soldaten bisher in Straßberg, einem Ortsteil von Harzgerode, verrichtet. Doch auch in Schierke direkt am Brocken seien sie aktiv. "Wir hoffen, dass man Ende Oktober sehr deutliche Ergebnisse unserer Arbeit sieht."

Die Teams des Landesforsts sind derweil auf ihren Flächen nicht nur damit beschäftigt, befallene Bäume aus dem Wald zu schaffen. Nach Angaben von Direktor Bernd Dost läuft auch eine Aufforstaktion für mehrere hundert Hektar Wald. Auch das stark betroffene Wernigerode kündigte an, geräumte Flächen zeitnah wieder zu bepflanzen. Noch in diesem Jahr soll es dazu gemeinsame Aktionen mit der Bevölkerung geben, kündigte Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) vor wenigen Tagen an.