Quedlinburg l Die Staatsanwaltschaft Magdeburg ermittelt gegen eine ehemalige leitende Ärztin des Harzklinikums in Quedlinburg wegen des Verdachts des Abrechnungsbetruges in mindestens fünf Fällen. Oberstaatsanwalt Frank Baumgarten bestätigte gestern eine Durchsuchung von Büros im Klinikum. Mehr als ein Dutzend Beamte des Landeskriminalamtes hatten am Dienstag Datenträger sowie Akten nach einem Beschluss des Amtsgerichtes Magdeburg sichergestellt. Sie müssten jetzt ausgewertet werden, so Baumgarten.

Die inzwischen nicht mehr in der Klinik angestellte Medizinerin soll seit Mitte November 2017 als leitende Ärztin eine ihr unterstellte Mitarbeiterin dazu angestiftet haben, Codes im Computersystem für die Patientenabrechnung nachträglich zu ändern. Wie die Volksstimme aus Ermittlerkreisen weiter erfuhr, seien auch Therapieverlaufsbögen nachträglich verändert worden. So sollen Kürzel von Therapeuten benutzt worden sein, die gar nicht im Dienst waren. Die Folge waren höhere Leistungen, die von den Kassen hätten erbracht werden müssen, obwohl sie gar nicht erfolgten.

Insgesamt hätte dies pro Fall einen Mehrgewinn von bis zu 5000 Euro bedeutet. Die Ärztin soll auch ihre Position in der Klinik ausgenutzt haben, um Diagnosen von Patienten so zu verändern, dass höhere Kosten entstehen. Mitarbeiter bemerkten die Unstimmigkeiten und erstatteten Anzeige.

Unternehmenssprecher Tom Koch bestätigte: „Die Ermittlungsbehörden werden jetzt alle Behandlungsfälle der Geriatrischen Klinik von November 2017 an prüfen. Wir unterstützen sie dabei.“ Ein Schaden für die Krankenkassen sei in diesen Fällen aber nicht entstanden.