Wernigerode/ Halberstadt (dpa) l Die Wasserstände der Hochwasser-Flüsse in der Harz-Region gehen stetig zurück – nun werden die Schäden aufgenommen und beseitigt. "Die Menschen sollen so schnell wie möglich zum normalen Leben zurückkehren können", sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Er besuchte am Nachmittag gemeinsam mit Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) betroffene Orte und sprach mit Verantwortlichen und Fachleuten. Sie dankten allen Helfern.

Das Kabinett werde sich am 8. August mit den nötigen Hilfsmaßnahmen befassen, kündigte Haseloff an. Solange brauche man noch Zeit, um die Schäden aufzulisten, um die anstehenden Kosten abschätzen zu können. Das Kabinett müsse entscheiden, ob die jeweils notwendige Hilfe vom Hochwasserschutz über den Straßenbau bis zur touristischen Infrastruktur aus den Haushalten der einzelnen Ressorts geleistet werden könne. Haseloff wollte auch mit Versicherungen Kontakt aufnehmen.

Wichtig sei nun, dass die Hilfe koordiniert werde, sagte der CDU-Politiker. Dazu sei in der Staatskanzlei ein Arbeitsstab für die Sofortmaßnahmen für Privatpersonen und Kommunen eingerichtet worden. Der Regierungschef betonte: "Wir wollen auch unsere Erfahrungen vom Hochwasser 2013 nutzen." Damals hatte eine enorme Flut ganze Landstriche unter Wasser gesetzt, vor allem an Saale, Elbe und Havel.

Bangen und Hoffen im Harz

Harsleben/Derenburg/Wernigerode (dt) l Am Tag nach der Hochwasser-Situation bleibt die Lage in Harsleben bei Halberstadt weiter kritisch. Währenddessen beginnen vierlerorts im Harz, zum Beispiel in Derenburg und Wernigerode, die Aufräumarbeiten nach der Katastrophe.

  • In Harsleben sind beim Hochwasser des Goldbaches Schlauchboote im Einsatz. Foto: Dennis Lotzmann

    In Harsleben sind beim Hochwasser des Goldbaches Schlauchboote im Einsatz. Foto: Dennis Lotzmann

  • Den Einwohnern von Harsleben steht das Wasser bis zur Hüfte. Foto: Dennis Lotzmann

    Den Einwohnern von Harsleben steht das Wasser bis zur Hüfte. Foto: Dennis Lotzmann

  • Der Goldbach überflutet am Donnerstag ganze Grundstücke in Harsleben bei Halberstadt. Foto: Dennis Lotzmann

    Der Goldbach überflutet am Donnerstag ganze Grundstücke in Harsleben bei Halberstadt. F...

  • Einsatzbesprechung in Harsleben mit Gemeindechefin Christel Bischoff (Mitte) und Feuerwehrleuten. Foto: Dennis Lotzmann

    Einsatzbesprechung in Harsleben mit Gemeindechefin Christel Bischoff (Mitte) und Feuerwehrleuten....

  • Dieser Junge beteiligt sich bei den Aufräumarbeiten in Derenburg. Foto: Matthias Strauß

    Dieser Junge beteiligt sich bei den Aufräumarbeiten in Derenburg. Foto: Matthias Strauß

  • Nach dem Dauerregen und dem folgenden Hochwasser im Harz sind die Aufräumarbeiten in vollem Gange - so wie in Derenburg. Foto: Matthias Strauß

    Nach dem Dauerregen und dem folgenden Hochwasser im Harz sind die Aufräumarbeiten in vollem ...

  • Erst befüllen und dann wieder entladen: Helfer und THW holen den Sand aus den Säcken. Foto: Matthias Strauß

    Erst befüllen und dann wieder entladen: Helfer und THW holen den Sand aus den Säcken. F...

  • In Harsleben musste am Donnerstag noch geschippt werden. Foto: Dennis Lotzmann

    In Harsleben musste am Donnerstag noch geschippt werden. Foto: Dennis Lotzmann

  • Helfer reichen am Donnerstag in Langenstein (Sachsen-Anhalt)  mithilfe einer Menschenkette Sandsäcke weiter. In dem Ort droht ein Hang abzurutschen. Die Sandsäcke sollen den Hang beschweren und stabilisieren. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

    Helfer reichen am Donnerstag in Langenstein (Sachsen-Anhalt) mithilfe einer Menschenkette Sands&...

  • Etwas hilflos aber mit viel Zusammenhalt kämpfen die Menschen am Donnerstag gemeinsam gegen das Hochwasser in Harsleben. Foto: Dennis Lotzmann

    Etwas hilflos aber mit viel Zusammenhalt kämpfen die Menschen am Donnerstag gemeinsam gegen ...

  • Die Wassermassen drückten durch den Hang an der Dorfstraße. Mit Sandsäcken haben Feuerwehrleute und Helfer den Hang und die dortigen Wohnhäuser gesichert. Es besteht die Gefahr, dass der Hang abrutscht. Foto: Jörg Endries

    Die Wassermassen drückten durch den Hang an der Dorfstraße. Mit Sandsäcken haben F...

  • Mensch und Tier mussten am Donnerstag in Harsleben in Sicherheit gebracht werden. Foto: Dennis Lotzmann

    Mensch und Tier mussten am Donnerstag in Harsleben in Sicherheit gebracht werden. Foto: Dennis Lo...

  • Helfer vom THW bringen Sandsäcke zu den Häusern, um das Wasser vorm in die Häuser laufen zu stützen. Foto: Regine Glaß

    Helfer vom THW bringen Sandsäcke zu den Häusern, um das Wasser vorm in die Häuser ...

  • Mitarbeiter der Feuerwehr stellt Straßenschild wieder auf. Foto: Regine Glaß

    Mitarbeiter der Feuerwehr stellt Straßenschild wieder auf. Foto: Regine Glaß

  • Helfer schleppen Sandsäcke durch die Innenstadt. Foto: Regine Glaß

    Helfer schleppen Sandsäcke durch die Innenstadt. Foto: Regine Glaß

  • Nach dem Hochwasser in Wernigerode: Wassermassen haben in der Holtemme ein Wehr samt Fischtreppe weggerissen, auf der Straße Insel klafft ein riesiges Loch, die Stützmauer hat sich gesenkt. Foto: Regina Urbat

    Nach dem Hochwasser in Wernigerode: Wassermassen haben in der Holtemme ein Wehr samt Fischtreppe ...

  • Hubschraubereinsatz der Bundeswehr laden BigBags in Silstedt ab um einen Deich zu stabilisieren. Foto: Matthias Bein

    Hubschraubereinsatz der Bundeswehr laden BigBags in Silstedt ab um einen Deich zu stabilisieren. ...

  • Aufräumen nach der Flut in Wernigerode. Foto: Uta Müller

    Aufräumen nach der Flut in Wernigerode. Foto: Uta Müller

  • Gemeinsames Aufräumen nach der der Flut in Wernigerode: Foto: Uta Müller

    Gemeinsames Aufräumen nach der der Flut in Wernigerode: Foto: Uta Müller

  • In Harsleben steht nach dem Hochwasser des Goldbaches immer noch Wasser in den Straßen. Foto: Matthias Strauß

    In Harsleben steht nach dem Hochwasser des Goldbaches immer noch Wasser in den Straßen. Foto...

Nach den neuerlichen Regenfällen sinken die Wasserstände an den betroffenen Harz-Flüssen weiter. Nur vereinzelt wird noch die niedrigste Hochwasserstufe 1 erreicht. Für Sonntagnachmittag ist neuer Regen vorhergesagt, der die Flüsse wieder anschwellen lassen könnte, wie der Landesbetrieb für Hochwasserschutz in Magdeburg mitteilte. Insbesondere im Oberlauf der Bode, in der Holtemme und Ilse könnten die Meldegrenzen wieder überschritten werden, auch die Alarmstufe 2 sei nicht auszuschließen.

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Anhaltender Dauerregen hatte am Anfang der Woche die Wasserstände der Flüsse und Bäche vor allem in der Harzregion rasch ansteigen lassen. Straßen, Plätze und Häuser standen unter Wasser, Deiche drohten aufzuweichen. Sandsäcke wurden unter anderem aus der Luft per Hubschrauber abgeworfen, um größere Schäden zu verhindern.

Unterdessen wird noch immer eine 69-Jährige aus Wernigerode vermisst, wie ein Polizeisprecher in Halberstadt sagte. Am Dienstag war die Frau während des Dauerregens verschwunden. Sie wohnt direkt an der Holtemme, einem Flüsschen, dessen Wasserstand deutlich gestiegen war.